Tageskolumne Rückblick: Samstag.

Berlin. Heute in aller Herrgottsfrühe fuhr ich mit meinem guten Freund René in die Hauptstadt. Bessergesagt er fuhr. Sein Auto ist bisschen schneller. Grins.
Wir trafen uns bei meiner bis dato nur virtuellen Bekannten Elke im Stadtzentrum. Sie ist eine sehr gute Gastgeberin. Zusammen mit Alex von ,ungetrübt media’ und André Poggenburg, Mitglied des Landtages Sachsen-Anhalt und Vorsitzender des Aufbruch Deutschland 2020, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Wir waren recht zeitig am Reichstag. Da war noch nicht viel los.

Also gingen wir weiter zum Brandenburger Tor. Da sah die Sache schon anders aus. Das Tor war geschlossen. Die Polizei hatte es schnöde dichtgemacht. Der Pariser Platz wäre schon zu voll für den Corona-Abstand, teilte mir ein Polizist in Vollmontur mit. Okay, dann eben von hinten durch die kalte Küche. Das ging problemlos, was die Sperre ad absurdum führte. Da standen wir nun. Irgendwann setzte sich der Zug unter Führung der Querdenker auf der Strasse Unter den Linden in Richtung Friedrichstasse in Bewegung. Gut und schön. So weit kamen wir nicht. Eine Polizeisperre hinderte uns am Weitergehen. Dahinter standen die Schreikinder der Antifa. Toll. Alles wie immer. Über eine Stunde standen wir. Dann sollten wir uns setzen, sagten die Querdenker. Hä? Als Zeichen der Deeskalation. Sicher doch. Wir hätten auch vor Berlins Innensenator Andreas Geisel knien können. Unglaublich.

Die Leute auf dem Wagen der Veranstalter der Untergruppierung aus Erfurt hatte irgendwann auch keine Geduld mehr. Der vermutliche Hauptsprecher der Querdenker 361 aus Thüringen ging gegen die Polizeiwillkür in die Offensive! Sehr gut! Im platzte der Kragen seines schönen weissen Hemdes! Er hatte keine Hemmungen mehr sich ordentlich verbal Luft zu machen, bevor er im Konjunktiv die Möglichkeit in Erwägung oder in Betracht zog, einfach zu Fuss gegen die Sperre anzugehen. Gesagt, getan. Wir standen mit ganz vorne als der Durchbruch gelang. Zirka 50 Leute kamen durch, dann stopften die Beamten rabiat das Loch. Wir Durchgebrochenen mussten an den von den Ordnungshütern nur lapidar im Zaum gehaltenen Ungewaschenen vorbei. Es gab unflätige Beleidigungen und fast einen tätlichen Angriff auf André Poggenburg. Die Beamten stoppten den linken Heisssporn in letzter Sekunde. Nach knapp 200 Metern drehten wir um. Spaltung war ja nicht das Ziel. Unsere Reisegruppe war übrigens auch gespalten. Die Polizei verhinderte auch das Zurückkehren mit körperlichen Nachdruck. Am Brandenburger Tor fanden wir uns wieder. Gott sei Dank!

Nun gut. Dann auf zur Siegessäule! Als wir auf der Strasse des 17. Juni ankamen, wurden wir permanent von den Ordnern aufgefordert nicht weiter vor in Richtung Bühne zu gehen, weil die geforderten Abstände sonst nicht realisierbar wären. Wie jetzt? Wir standen über eine Stunde zwangsläufig dicht gedrängt. Egal. Die Yoga-Fraktion war am Chillen und es erklangen einschläfernde Mantra-Gesänge. Auch schön. Meine Füsse schliefen als erstes ein.
Die Abschlussveranstaltung begann mit gefühlten fünffachen Lob für die wunderbare Zusammenarbeit mit der Polizei. Hmm. Das hatten wir grad anders erlebt.
Wir traten den Rückweg an. Der Weg zum Hauptbahnhof war natürlich abgesperrt. Berlin ist immer keine Reise wert. Das wusste ich schon vorher. Obwohl? Zu meiner inzwischen realen guten Bekannten Elke komm ich gern mal wieder.

Schönen Tag!

Ute Fugmann

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