Schrottoffensive oder Schrottpropaganda?

Schrott-Offensive oder Schrott-Propaganda? – Wie Medien und Politik mit zweierlei Maß messen

Ein Bild geht durch die Presse: Ein ramponierter Pickup, notdürftig gepanzert, mit russischen Soldaten darauf. Die Schlagzeile: „Putins Armee bläst zur Schrott-Offensive – Panzermangel lässt Russen sterben.“ Was auf den ersten Blick wie ein schlechter Witz wirkt, zeigt einmal mehr, wie absurd und widersprüchlich die Erzählungen in den deutschen Mainstreammedien geworden sind.

Seit Monaten hört man, Russland sei militärisch am Ende – keine Munition, keine Panzer, keine Moral. Gleichzeitig aber wird in der Bundesrepublik die Bevölkerung auf Kriegskurs gebracht. Die Bundeswehr soll „kriegstüchtig“ werden, es wird über Wehrpflicht gesprochen, der Rüstungsetat steigt, und Scholz ruft zur Zeitenwende. Doch warum eigentlich?

Denn es stellt sich eine simple Frage: Wenn Russland derart am Boden ist, wieso müssen wir dann aufrüsten? Entweder ist Russland eine ernstzunehmende Bedrohung – oder es ist militärisch erledigt. Beides gleichzeitig zu behaupten ist nicht nur unlogisch, sondern entlarvend.

Was hier passiert, ist Propaganda im reinsten Sinne. Die Medien bedienen ein Bild vom Feind, das flexibel genug ist, um jede politische Entscheidung zu rechtfertigen: Waffenlieferungen, Aufrüstung, Einschränkung der Meinungsfreiheit – alles bekommt seinen moralischen Anstrich. Wer widerspricht, wird diffamiert.

Dabei war Journalismus einmal der Versuch, die Realität differenziert abzubilden. Heute hingegen scheint er oft nur noch ein Lautsprecher der politischen Linie zu sein. Wer sich die Titelbilder ansieht, fragt sich zu Recht: Ihr habt schon mal besser gelogen.

Die Bevölkerung wird dabei zum Spielball einer gefährlichen Rhetorik. Und wer es wagt, diese absurde Logik zu hinterfragen, wird sofort in die „Putinversteher“-Ecke gestellt. Doch kritisches Denken ist keine Parteinahme, sondern Notwendigkeit – gerade in Zeiten, in denen Krieg wieder zur politischen Option geworden ist.

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