Hauptsache Aufmerksamkeit: Krumbiegel wird CSD-Botschafter!

So gibt es wieder etwas Aufmerksamkeit: Krumbiegel wird CSD-Botschafter!

Früher sang er „Du musst ein Schwein sein“, heute ist er das moralische Trüffelschwein der Nation: Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen, Retter der Demokratie und selbsternannter Leuchtturm in dunklen Zeiten!

Es gab eine Zeit, da verband man den Namen Krumbiegel noch mit Ohrwürmern, nicht mit moralinsauren Monologen. Mit eingängigen Reimen statt nervigen Appellen. Über Musikgeschmack kann man natürlich streiten, aber zumindest war er ganz oben in den Charts. Mittlerweile liegen die CDs wie Blei in den Regalen, obwohl Blei zumindest beim Schrotthandel noch ein paar Euros bringt. Mittlerweile agiert Prinz Sebastian als eine Art moralische Dampfwalze.

Er tingelt durch Talkshows, Interviews und Preisverleihungen (wobei er Preise natürlich nur annimmt, wenn sie seinen Prinzipien nicht im Weg stehen). Man kennt ihn jetzt nicht mehr als Sänger, sondern als das schlechte Gewissen der Republik, mit Dauerauftrag. Wenn irgendwo ein Mikrofon steht, ist Sebastian zur Stelle, nicht um zu singen, sondern um uns zu erklären, wie wir bessere Menschen sein könnten. Nein, sein sollten. Am besten so wie er.

Krumbiegel ist ein Paradebeispiel für den deutschen Bessermenschen 2.0: kultiviert empört, stets im Dienst der edlen Sache und immer kurz davor, sich selbst für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Seine Mission: Die Welt verbessern, notfalls im Alleingang. Ob Rechtsextremismus, Klimakrise, Genderdebatte oder jetzt der CSD Sebastian hat zu allem eine Meinung. Und die trägt er vor wie ein durchgeknallter Prediger: laut, eindringlich, mit leichtem Schweißfilm und erhobenen Bockwurstfinger.

Man könnte meinen, jemand, der sich so leidenschaftlich engagiert, verdient Anerkennung. Praktisch bleibt aber oft das Gefühl zurück, dass es ihm gar nicht so sehr um die Sache geht, sondern um das gute Gefühl, immer auf der richtigen Seite zu stehen. Und das mit Kamera, Publikum, Aufmerksamkeit und moralischem Fanatismus!

Wenn du keine Hits mehr hast, bleibt nur die Haltung.

Früher hat er die Charts erobert, heute reicht es ihm, wenn er die moralische Deutungshoheit besitzt. Die einzige Charthöhe, die noch zählt, ist die moralische Überlegenheit und wenigstens etwas Aufmerksamkeit. Dass er fülliger geworden ist, passt zur Rolle. Schließlich muss ein moralisches Schwergewicht auch äußerlich Eindruck machen. Wenn der Sound schon nicht mehr trägt, muss es das Erscheinungsbild tun und dieses ist sehr einprägsam.

Nun übernimmt Sebastian Krumbiegel die Schirmherrschaft für den CSD.
Na endlich, darauf haben die queeren Gesellen, Gesell*innen und ganz Deutschland sicher gewartet!
Jetzt fehlt nur noch, dass er im hautengen Lederkostüm auf der Bühne „Alles nur geklaut“ sing oder das bereits erwähnte Lied „Du musst ein Schwein sein “.
Wir hoffen inständig, dass uns dieser Anblick erspart bleibt. Für alle Beteiligten.

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