
Wenn wir länger und härter arbeiten sollten, damit reichlich Geld in die Kassen der Kriegstreiber fließt, dann frage ich mich ernsthaft, was ich falsch mache…
Nachdem ich den halben Tag Pflegebedürftige bespaßt, versorgt und gepflegt habe, kümmere ich mich um meinen schwer kranken Mann, danach um meine kranke Mama, rase von A nach B , habe kaum Freizeit , Arztbesuche, Apotheke, Einkauf, Haushalt, ach ja, das kleine Pubertier ist ja auch noch da und schreit nach Mama. Wo ist denn da noch Zeit?
Ein Glas Wein, ein Filmchen, bei dem ich einschlafe, ist das noch Leben? Freunde, die sich beschweren, dass ich mich kaum noch blicken lasse, warum kommen diese nicht vorbei?
Was koch ich morgen, das Telefon klingelt ohne Unterlass, komm, mach, tu, wir brauchen dich. Ich finde das Kochbuch nicht, mein Kopf rebelliert.
Am Ende rechne ich die Stunden zusammen, die ich noch schlafen kann, traumlos, in Etappen. Wann soll ich bitte mehr arbeiten? Nachts?
Ich werde mich krank melden, asymptomatisch an Hitze erkrankt, vielleicht kommt ja jemand vorbei und wischt mir den Schweiß ab.
Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll, bei der menschenverachtenden Politik, die gegen das eigene Volk agiert.
Wein ist besser als weinen und Schlaf wird sowieso überbewertet.
Gute Nacht, liebe Freunde, ich habe fertig!
Schwester Anja