
Hier geht’s zu einem Video von der Veranstaltung: https://youtu.be/IPp2L98GHbo?si=A4Pp2S1Zy7twFePg
Am Freitag, den 16. Januar 2026, rollte ein beeindruckender Fahrzeugkorso durch die Innenstadt von Dessau-Roßlau unter anderem organisiert von den Initiativen „Handwerker für den Frieden“ und der „Familien- und Wirtschaftsinitiative Dessau-Roßlau“ in enger Zusammenarbeit mit Landwirten und Vertretern der Wirtschaft.
Dutzende Traktoren, Transporter und PKW zogen mit klaren Botschaften durch die Straßen, begleitet von mehreren Zwischenkundgebungen.
Die Stimmung war entschlossen und kämpferisch: Die Demonstranten machten keinen Hehl daraus, dass sie die aktuelle Politik der Bundesregierung und der EU für existenzbedrohend halten.
Im Zentrum der Kritik stand einmal mehr das geplante Mercosur-Abkommen mit den südamerikanischen Staaten. Europäische Bauern und mit ihnen die Teilnehmer in Dessau, sehen darin einen Frontalangriff auf ihre Betriebe. Billige Importe von Rindfleisch, Geflügel und Soja, produziert unter deutlich niedrigeren Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards, würden den Markt fluten und heimische Preise in den Keller drücken. Viele Familienbetriebe stünden vor dem Aus, während multinationale Konzerne profitieren.
Die Proteste sind kein lokales Phänomen: In den vergangenen Tagen und Wochen blockierten Landwirte Autobahnauffahrten in Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen; in Frankreich sorgten Traktoren für massive Staus vor Pariser Wahrzeichen.
Die EU-Kommission und die Bundesregierung ignorieren diese Warnrufe weitgehend und drängen weiter auf einen Abschluss. Ein Verrat an den eigenen Produzenten, wie die Demonstranten betonen.
Die Veranstalter prangerten die verfehlte Energie- und Sanktionspolitik an, die seit Jahren die Wirtschaft stranguliert. Hohe Strom- und Gaspreise, ausgelöst durch eine fehlgeleitete Sanktionspolitik machen Produktion und Handwerk fast unbezahlbar. Viele Betriebe kämpfen mit Insolvenz, während die Politik Milliarden in Rüstung und in das Ausland pumpt.
„Frieden statt Eskalation“ und „Unsere Wirtschaft zuerst“ waren zentrale Forderungen – Themen, die in den Reden der Handwerker, Bauern und Mittelständler schonungslos auf den Tisch kamen.
Beeindruckend war die breite Unterstützung vor Ort: Viele Bürger applaudierten, hupten solidarisch oder schlossen sich spontan an. Bauern mit ihren Traktoren symbolisierten den ländlichen Protest, während Handwerksmeister und Unternehmer die wirtschaftliche Zerstörung durch Bürokratie, Steuern und Regulierungswahn anprangerten. Die Polizei begleitete den friedlichen Zug ohne Zwischenfälle.
Entscheidend für die Authentizität dieser Aktion ist ihre Unabhängigkeit. Im Unterschied zu manchen etablierten Bauernverbänden oder Lobbygruppen, die oft zu eng mit der CDU oder anderen Parteien verflochten sind und an deren Rockzipfel hängen, kommen die Organisatoren aus der echten Basis. „Handwerker für den Frieden“ und die „Familien- und Wirtschaftsinitiative“ stehen für bürgerliches Engagement ohne Parteizwang, genau das macht solche Proteste glaubwürdig und gefährlich für die etablierte Politik. Hier sprechen Menschen, die täglich die Konsequenzen spüren, nicht Funktionäre, die Kompromisse aushandeln.
Der Korso in Dessau-Roßlau war mehr als eine Demo, er war ein lauter Weckruf. Die Politik in Berlin und Brüssel treibt mit ihrer ideologisch verblendeten Agenda die Wirtschaft in die Knie, zerstört Existenzen und ignoriert den wachsenden Unmut. Solange keine echte Kehrtwende kommt. Bei Mercosur, Energiepreisen, Sanktionen und Friedenspolitik, werden solche Proteste hoffentlich zunehmen. Die Menschen haben genug vom Schönreden und wollen Taten sehen.
Alexander Kurth