Mit der Copy-Paste zum Doktortitel!

Mit der Copy-Paste zum Doktortitel!

Deutschland, das einstige Land der Dichter, Denker, viel davon ist nicht mehr übrig geblieben. Wir erleben viele Politiker, die mit „Dr.“ vor dem Namen rumlaufen, als wäre so ein Titel der neue Mindestlohn für Mandatsträger, auf jeden Fall soll er Vertrauen beim Wähler schaffen.

Aber wehe, jemand schaut mal genauer hin. Dann platzt die Blase schneller als die Chancen von Annalena Baerbock bei einem Buchstabierwettbewerb. Der absolute Champion der aktuellen Saison? Mario Voigt, frischgebackener Ex-Dr. und amtierender Ministerpräsident von Thüringen, mit der Ausstrahlung von einem regionalen Sparkassenchef.
Herzlichen Glückwunsch zur Aberkennung!
Stellen sie sich vor: Der Mann schreibt 2008 eine Dissertation über den US-Wahlkampf Kerry gegen Bush. Klingt ambitioniert. In Wirklichkeit? Ein fleißiges Sammelsurium aus abgekupferten Passagen, fehlenden Originalquellen und dem Klassiker: Zitieren ohne je das Buch aufgeschlagen zu haben. Der Plagiatsjäger Stefan Weber zählt 140 Stellen in der Arbeit plus 60 in anderen Texten über Jahre hinweg. Die TU Chemnitz prüft monatelang, ein externes Gutachten sagt erst noch „alles im grünen Bereich“, dann ändern sie 2025 die Regeln und zack, am 28. Januar 2026: Einstimmig aberkannt. Der wissenschaftliche Kern sei nicht betroffen, jammert Voigt. Klar, nur 2,58 Prozent der Wörter. Das ist wie zu sagen: „Ich hab nur ein bisschen betrogen, also bin ich immer noch ehrlich.“ Schön, dass in der Politik Prozente so dehnbar sind wie Gummibärchen.

Und Voigt selbst ? Kündigt natürlich sofort Klage an. Weil ja klar: Die Uni irrt, das Gutachten irrt, die Fakultät irrt, nur er natürlich nicht. Die CDU steht „fest und geschlossen“ hinter ihm. Natürlich. Integrität ist schließlich ein Luxus, den man sich in Zeiten der AfD-Bedrohung nicht leisten kann. Lieber einen Ministerpräsidenten mit gefälschtem Titel als gar keinen! Thüringen sagt Danke.

Aber lasst uns ehrlich sein: Voigt ist nur der neueste Clown in der ewigen Zirkusvorstellung bundesrepublikanischer Politik-Doktoren.

Die Liste der Peinlichkeiten ist lang und peinlich:
Karl-Theodor zu Guttenberg: Der schöne Baron kopierte sich munter durchs Netz, flog 2011 als Verteidigungsminister auf, Karriere vorerst ade, zumindest die politische Karriere.
Annette Schavan: Bildungsministerin! Verliert 2013 ihren Titel wegen Plagiaten. Die Frau, die für Bildungsgerechtigkeit kämpfen sollte, konnte nicht mal ehrlich promovieren.
Silvana Koch-Mehrin (FDP): 2011 weg.
Jorgo Chatzimarkakis (FDP): 2011 weg.
Franziska Giffey (SPD): 2021 als Familienministerin zurückgetreten, weil ihre Arbeit ein Flickenteppich war.
Manja Schreiner (CDU): 2024 aberkannt.
Frank Steffel (CDU): 2019 weg wegen „Zitierfehlern“ – also Abschreiben ohne Anführungszeichen.
Besonders die CDU/CSU scheint ein Abo auf diese Skandale zu haben. Vielleicht weil sie denken, ein „Dr.“ macht einen automatisch zum intellektuellen und politischen Schwergewicht.

Was bleibt? Die bittere Erkenntnis: In der BRD-Politik zählt Kompetenz weniger als der Schein davon. Ein Doktortitel ist das perfekte Accessoire, bis jemand die Lupe rausholt. Dann folgt das übliche Theater: Ausreden, Klagen, Weiter-so. Aus Sicht der Altparteien betrachtet: Warum sich jahrelang quälen und wirklich forschen, wenn man stattdessen Gesetze machen, Steuern kassieren und Reden halten kann? Und wenn’s auffliegt? Na und? Die Wähler haben ja eh ein Kurzzeitgedächtnis, besonders die bundesrepublikanischen Schlafschafe.

Lieber Mario Voigt: Bleib dran. Klag weiter. Vielleicht gewinnst du ja vor Gericht und darfst dann wieder „Dr.“ sagen, während alle wissen, dass es eine schöne Lüge war. In der brd reicht das offenbar. Prost auf die Ehrlichkeit in der Politik. Oder was davon übrig ist, viel ist es jedenfalls nicht mehr!

Alexander Kurth

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