


Tausende stehen auf für den Kinderschutz – Kundgebung und Demonstration in Berlin mit Xavier Naidoo
Am Samstag, den 14. März 2026, kamen am Großen Stern in Berlin nahe der Siegessäule zahlreiche Menschen zusammen, um ein klares Zeichen für den Schutz von Kindern zu setzen. Xavier Naidoo hatte zu der Veranstaltung aufgerufen, die unter dem Motto „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen“ stand. Im Mittelpunkt: die Forderung nach konsequenter Aufklärung von Missbrauchsfällen – international wie national – und die Forderung, nicht länger wegzuschauen.
Die Veranstalter sprachen von mehreren Tausend Teilnehmern, die gekommen waren, um ihre Stimme für die Kleinsten unserer Gesellschaft zu erheben. Polizeiangaben und Berichte der Mainstreammedien nannten Zahlen zwischen 600 und 750 Personen. Wie so oft bei solchen Themen gehen die Einschätzungen auseinander. Wichtig bleibt: Viele Menschen waren da, um zu zeigen, dass Kinderschutz alle angeht.
Die Reden drehten sich unter anderem um die jüngsten Enthüllungen in den Epstein-Files und darum, dass solche Taten nicht nur in den USA vorkommen. Es wurde betont, dass auch in Deutschland Fälle bekannt sind, bei denen einflussreiche Kreise in Missbrauch und Vertuschung verwickelt gewesen sind und dass oft nur die Spitze des Eisbergs ans Licht kommt. Medien und Justiz hätten in der Vergangenheit nicht immer alles aufgeklärt, was aufgeklärt werden müsste.
Ein Beispiel, das genannt wurde, war der Sachsensumpf-Skandal aus den Jahren um 2007–2010 in Leipzig. Damals kamen Vorwürfe auf, dass ein Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und möglicherweise auch Justiz in organisierte Formen von Kindesmissbrauch und Zwangsprostitution verstrickt war. Mehrere Untersuchungsausschüsse im sächsischen Landtag beschäftigten sich damit, doch viele Fragen blieben offen. Bis heute steht der Fall für viele als Sinnbild dafür, dass mächtige Strukturen manchmal geschützt werden und dass echte Aufklärung fehlt. Bis in die Justiz hinein gab es damals im übrigen Verstrickungen. Da ist es nicht verwunderlich das vieles nicht aufgeklärt wird.
Mehrere Redner traten in Berlin auf, darunter auch Menschen, die selbst als Kinder Missbrauch erlebt haben. Sie schilderten ihre Erlebnisse und forderten besseren Schutz, schnellere Hilfe und vor allem, dass Taten konsequent verfolgt werden. Immer wieder kam der Appell: Lasst euch nicht spalten – weder in links oder rechts, noch in andere Lager. Kinderschutz muss eine Sache sein, die uns alle verbindet, unabhängig von politischen Ansichten.
Xavier Naidoo sprach und sang auch unter anderem seinen Klassiker „A Change Is Gonna Come“. Durch seine große Reichweite erreicht er viele, die von anderen Stimmen vielleicht nicht mehr angesprochen werden. Seine Botschaft war klar: Wer für die Schwächsten eintritt, muss laut sein.
Nach den Reden zog der Demonstrationszug Richtung Bundeskanzleramt. Ziel war, Bundeskanzler Friedrich Merz eine Petition zu überreichen mit konkreten Forderungen zum besseren Kinderschutz und zur Aufklärung möglicher Netzwerke. Merz nahm sie nicht persönlich entgegen – eine Polizistin nahm die Unterlagen in Empfang. Für viele ein weiteres Zeichen, dass das Thema in der Politik noch nicht die Dringlichkeit bekommt, die es verdient.
Die Kundgebung hat gezeigt: Das Leid missbrauchter Kinder bewegt Tausende – quer durch die Gesellschaft. Schweigen und Wegschauen sind der falsche Weg. Noch wichtiger als jede Demo ist aber, selbst aktiv zu werden: In der Familie, im Freundeskreis, in Schule und Verein wachsam sein. Verdachtsfälle melden. Betroffene unterstützen. Behörden nachfragen. Widerstand beginnt vor der eigenen Haustür.
Kinderschutz ist keine Frage von Ideologie, es ist eine Frage von Anstand und Verantwortung.
Alexander Kurth