
Ich muss unserem Ministerpräsidenten danken. Kommt sicher nicht oft vor.
Er erinnert in einem seiner Beiträge an das Hambacher Fest 1832
Ja – da gab es großartige Reden:
In seiner Rede hat Johann Georg August Wirth folgendes gesagt:
„Das Land, das unsere Sprache spricht, das Land, wo unsere Hoffnung wohnt, wo unsere Liebe schwelgt, wo unsere Freuden blühen, das Land, wo das Geheimnis aller unserer Sympathien und all’ unserer Sehnsucht ruht, dieses schöne Land wird verwüstet und geplündert, zerrissen und entnervt, geknebelt und entehrt.“
Und Philipp Jakob Siebenpfeiffer sagte zur Unterdrückung politischer Meinungen:
„Die Erforschung dessen, was dem Vaterlande Not tut, ist Hochverrat; selbst der leise Wunsch, nur erst wieder ein Vaterland zu erstreben, ist Verbrechen.“
So gesehen ist der Rückblick auf das Hambacher Fest eher ein Vorausblick auf das, was Deutschland in der Zukunft ereilen sollte – die Diffamierung politischer Opposition, der Verrat am Vaterlande und der Meinungs-und Pressefreiheit…
Und ausgerechnet der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, der zusammen mit seinem Innenminister die Polizeigarden gegen das eigene Volk auflaufen ließ, erinnert an die nationale Erhebung der deutschen Geschichte. Es muss sich um eine eigenartige Art von Humor oder Satire handeln. Ernst gemeint jedenfalls kann es nicht sein.