
Krieg schafft Flüchtlinge und wir holen uns die Folgen ins Haus.
Viele selbsternannte Patrioten und Israel-Freunde preisen Israel als Bollwerk des Westens, als leuchtendes Beispiel für die angebliche einzige Demokratie im Nahen Osten. Sie sehen auch in Israels Militärpolitik ein Vorbild im „Kampf gegen den Terror“ und vergessen dabei, welche Lawine diese Politik lostritt.
Die Wahrheit lautet: Jeder Krieg produziert Flüchtlinge. Wer Menschen ihre Heimat zerstört, ihre Lebensgrundlagen wegbombt oder ihnen jede Perspektive nimmt, darf sich nicht wundern, wenn sie sich auf den Weg machen. Das gilt im Nahen Osten genauso wie in Afrika oder damals auf dem Balkan. Und genau hier liegt das Hauptproblem:
Israel führt seit Jahrzehnten einen Kurs der militärischen Eskalation, besonders gegenüber den Palästinensern, aber auch in den Nachbarregionen.
Diese Kriege, Blockaden und Vertreibungen, dieser Landraub sorgen dafür, dass Menschen in Massen ihre Heimat verlassen.
Ein Teil dieser Menschen landet am Ende in Europa und ein großer Teil im einstigen Deutschland.
Das Paradoxe: Wir in Deutschland liefern oft die Waffen, mit denen diese Kriege geführt werden. So machen wir uns doppelt mitschuldig! Erst durch Beihilfe zur Eskalation und zum Abschlachten, dann durch die Übernahme der Konsequenzen in Form von Migration, die wir angeblich doch eindämmen wollen.
Dasselbe Muster sehen wir seit Jahrzehnten bei den USA: Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, jede dieser militärischen „Interventionen“ und man könnte noch zahlreiche weitere aufzählen, hat Chaos, Instabilität und neue Flüchtlingswellen erzeugt. Viele der betroffenen Länder sind muslimisch geprägt, und natürlich kann man ihre Herrschaftsformen oder gesellschaftlichen Strukturen kritisieren. Aber: Sie gehen uns schlicht nichts an. Es ist nicht die Aufgabe westlicher Staaten, per Bombenteppich ihre Form der Demokratie zu exportieren.
Wer Fluchtursachen wirklich bekämpfen will, muss Frieden schaffen.
Frieden ist die effektivste und billigste Flüchtlingsverhinderungsmaßnahme, die es gibt. Jede Bombe, die nicht fällt, ist ein Mensch, der seine Heimat nicht verlassen muss. Jede verhinderte Eskalation spart am Ende auch uns in Europa gewaltige soziale, finanzielle und politische Kosten. Nur ist Frieden für gewisse wurzel- und identitätslose Cliquen nicht geeignet um sich die Taschen zu füllen.
Wer also in Deutschland für Grenzen, Sicherheit und nationale Souveränität eintritt, sollte sich ehrlich fragen: Kann ich einer Politik die Hand reichen, die genau das Gegenteil bewirkt? Blindes Abnicken jeder Handlung Israels, egal wie aggressiv, ist nicht Solidarität, sondern Selbstschädigung. Zudem sollten wir auch endlich einmal die Schuld-Kult-Neurose über Bord werfen, das wir irgendeine Verantwortung gegenüber Israel haben und das die USA unser Freund sind. Aus beiden Ländern lam noch nie etwas Gutes!
Eine Politik der Vernunft setzt auf Diplomatie statt Dauerkrieg, auf Handel statt Bomben und auf eine Außenpolitik, die im eigenen nationalen Interesse liegt.
Alexander Kurth










