#Ärztemangel

Liebe Leser,

weiter geht es mit unserer Reportage zum Thema Ärztemangel in Deutschland und Kinderärztemangel in Parchim.

Im folgenden Interview geht es um den Kinderärztemangel in Parchim.

Wir bedanken uns beim Pressesprecher des zuständigen Klinikums für die rasche Antwort.

hier die Antworten auf Ihre Fragen:

1. Derzeit können keine neuen Patienten aufgenommen werden, kam es schon in der Vergangenheit zu solchen Notsituationen?

Die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde der Asklepios Klinik Parchim hat sich aufgrund eines erhöhten Krankenstands in der Ärzteschaft der Abteilung aktuell noch bei der Leitstelle der Feuerwehr / den Rettungsdiensten von der kindernotärztlichen Versorgung abgemeldet. Eine vergleichbare Situation gab es bislang noch nicht.

2. Ist in absoluten Notfällen trotzdem eine Notversorgung gewährleistet.

Aufgrund der Abmeldung bei der Leitstelle der Feuerwehr wird die Klinik mit pädiatrischen Notfällen seitens der Rettungskräfte aktuell nicht angefahren. Die Notaufnahme ist rund um die Uhr mit Fachärzten für Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin und Gynäkologie besetzt. Eltern, die die Notaufnahme mit ihrem Kind direkt ansteuern, werden in jedem Fall versorgt. Je nach Krankheitsbildwird das Kind in entweder in der Zentralen Notaufnahme versorgt oder ggf. in eine andere Kinderklinik weitergeleitet.

3. Nicht nur der Mangel an Kinderärzten stellt ein Problem dar, auch der Landärztemangel wird in den nächsten Jahren massiv zunehmen. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation.

In Parchim ist die ambulante Versorgung der Kinder über das Medizinische Versorgungszentrum der Asklepios Klinik Parchim immer gewährleistet. Richtig ist aber auch, dass immer weniger Ärzte bereit sind, sich als Hausarzt auf dem Land niederzulassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sieht die Gründe richtigerweise vor allem in der Budgetierung, sprich Vergütung der medizinischen Leistungen, Bürokratisierung und der schwachen Infrastruktur auf dem Land (siehe Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter dem Schlagwort Ärztemangel). Großstädte sind als Lebensumfeld für die Mehrzahl der Ärzte und deren Familien interessanter. So ist es kein Wunder, dass es

Ärztemangel

kbv.de – Kassenärztliche Bundesvereinigung

in den größeren Städten meist ausreichend Hausärzte gibt, während sie auf dem Land zunehmend aussterben oder abwandern.

4. In der Politik wird die Thematik Ärztemangel schon länger diskutiert, ohne zu einer zufriedenstellenden Lösung zu kommen. Welche Entscheidungen müssten Ihrer Meinung nach von den zuständigen Stellen getroffen werden, um für eine Verbesserung der aktuellen Situation zu sorgen?

Die ländlichen Regionen leben bei der Gesundheitsversorgung häufig von der engen Verbindung ambulanter und stationärer Leistungserbringung. Die Kliniken müssen zwangsläufig die Lücke füllen, die der ambulante Sektor aufweist. Die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern ist daher naturgemäß meist sehr eng, so dass die Versorgung gewährleistet werden kann. Wenn es sich anbietet, übernehmen Kliniken mit Medizinischen Versorgungszentren auch ambulante Aufgaben, stehen dann aber auch vor dem Problem, interessierte Fachärzte finden zu müssen. In Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung werden in den Notaufnahmen zunehmend gemeinsame Anlaufstellen etabliert, um die Bevölkerung auch in den Nachtstunden und am Wochenende besser versorgen zu können.

Politisch sind also schon einige Weichenstellungen erfolgt: z. B., dass Kliniken MVZs gründen und Praxen übernehmen können oder dass die Integration des KV-Notdienstes in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gefördert wird. Auch die Landes- Kassenärztlichen-Vereinigungen haben Förderprogramme für ländliche Regionen aufgelegt. So können die Landes- Kassenärztlichen-Vereinigungen Vergütungszuschläge zahlen oder Umsatzgarantien gewähren, die die Niederlassung auf dem Land attraktiver machen (siehe Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter dem Schlagwort Ärztemangel). Die noch weitere Öffnung der ambulanten Versorgung durch die Krankenhäuser könnte sicher einen großen Beitrag zur Stabilisierung der Versorgung der Bevölkerung beitragen. Allerdings müsste dazu auch die Vergütung der ambulanten Leistungserbringung deutlich attraktiver werden, um Mediziner in die ländlichen Regionen zu locken.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Eberenz

Pressesprecher

Konzernbereich Unternehmenskommunikation & Marketing

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