Kein Weihnachtsfrieden in der Ukraine

Kiews Schauspielerpräsident Selenski hat den Auftritt bei seinen Chefs in Washington theatralisch absolviert, die Springer-Presse ist hellauf begeistert. Und die restlichen deutschen Massenmedien sind selbstverständlich auch sehr angetan von der Inszenierung, das ist schließlich Vasallenpflicht. Die USA unter Joe Biden, der noch bei jeder militärischen Aggression mit von der Partie war, wollen Kiew die Treue halten und weiter mit Waffen und Geldern unterstützen. Die Absicht ist klar: Russland soll so lange, so verlustreich und so kostspielig wie nur möglich in einen Krieg verwickelt werden, für den die Amerikaner keine eigenen Leute ins Feuer schicken müssen, sondern in dem immer mehr Ukrainer sterben und darben.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass dieser Krieg für das Regime in Kiew nicht zu gewinnen sein wird. Denn die Russen haben sich nach einigen militärischen Schlappen und bitteren Lernprozessen neuformiert und sind wieder in der Offensive, wenngleich mit geringem Tempo. Auch ihre Schläge gegen die ukrainische Infrastruktur im Hinterland der Kämpfe haben Wirkung erzielt. Diese zehrt ebenso an der Moral der Ukrainer wie die wachsende Zahl von gefallenen Soldaten, die selbst von dem faktisch diktatorisch regierenden Selenski-Regime nicht völlig geheim gehalten werden kann.

Dass im Westen, speziell in Deutschland, diese großen Verluste der ukrainischen Streitkräfte wider besseres Wissen verschwiegen oder heruntergespielt werden, sagt alles über das lügnerische Zusammenwirken von Politik und Medien im Reich von „Freiheit und Demokratie“. Die USA wie die EU sind offenbar bereit, selbst ein völliges Ausbluten der Ukraine in Kauf zu nehmen, um irgendwie doch noch Putin zu stürzen und Russland in die Knie zu zwingen. Doch es deutet sehr wenig darauf hin, das erreichen zu können. Denn die Opposition in Russland, die es natürlich gibt, ist geschwächt von Emigration und Konzeptionslosigkeit. Und der Kreml ist keineswegs international isoliert, zudem kann er mit Rohstofflieferungen weiter viel Geld in die Staatskasse holen.
Allen gegenteiligen Voraussagen und Beschwörungen zum Trotz kann Russland den Krieg nicht nur weiterführen, sondern auch nichtatomar eskalieren.

Den europäischen Regierungen, die sich mit wenigen Ausnahmen unter den Rock der USA geflüchtet haben, müssen die Verlängerung der Tragödie in der Ukraine politisch und ökonomisch fürchten. Doch bislang gilt noch immer die Devise „Augen zu und durch!“ Die Weihnachtstage wären gut dafür geeignet, über Alternativen zu diesem Kurs der völligen Kapitulation vor amerikanischen Interessen nachzudenken. Wenn es 2023 noch einmal keinen Weihnachtsfrieden in der Ukraine geben sollte, wird Europa der große Verlierer und werden die meisten Deutschen spürbar ärmer als bei dieser Weihnacht 2022 sein.

Wolfgang Hübner

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