
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Rentner, die gerade ihre Heizung abdrehen,
liebe Arbeiter, die sich fragen, ob sie dieses Jahr noch eine Stelle haben,
und liebe Jugendliche, die sich schon mal an den Gedanken gewöhnen können, dass ihr Leben teurer wird als eure Träume und das ihr in Zukunft an der Front verrecken könnt.
Ein neues Jahr ist da, und ich, Friedrich Merz, Ihr Bundeskanzler mit dem Herz aus purem Kapitalismus und BlackRock-Aktien, möchte Ihnen ausnahmsweise einmal die volle Wahrheit servieren. Kein Geschwafel von „Aufbruch“ und „Zusammenhalt“. Nur die nackte, kalte, bittere Wahrheit!
2025 habe ich die Wahl gewonnen, indem ich Ihnen alles Mögliche versprochen habe: Steuersenkungen, weniger Bürokratie, sichere Renten, starke Wirtschaft. Tja, Pech gehabt. Ich habe so ziemlich jedes einzelne Versprechen gebrochen und das mit einem Lächeln, das man nur bekommt, wenn man weiß, dass man nie persönlich dafür bezahlen muss. Denn Ihr seid einfach zu blöd und geduldig mir die Rechnung zu servieren, ihr seid echte Schafe.
Die Steuerentlastung? Stattdessen gibt’s jetzt eine „Sonderabgabe für unseren Frieden“. Der Bürokratieabbau? Wir haben einfach neue Ministerien erfunden, damit noch mehr Formulare ausgefüllt werden können. Und die Rente? Nun ja, die bleibt sicher, sicher niedrig!
Ich bin ein Kriegstreiber, und ich stehe dazu. Ich liebe es, wenn morgens die Schlagzeile kommt: „Deutschland liefert wieder schwere Waffen“. Das gibt mir so ein warmes Gefühl, etwa wie ein Kaminofen, nur dass der bei Ihnen zu Hause ja ausgeschaltet ist, weil Strom zu teuer geworden ist. Die Sanktionen gegen Russland? Mit meine Idee, mein Baby. Und sie funktionieren prächtig: Unsere Wirtschaft geht den Bach runter, Mittelstand pleite, hohe Energiepreise aber hey, wenigstens kann ich Putin ein bisschen ärgern. Ach nein, der heizt weiter mit Gas und verkauft es an andere Handelspartner. Gas das wir früher zu günstigen Preisen gekauft haben. Dafür heizen wir jetzt mit Hoffnung. Nur Hoffnung brennt nicht besonders gut.
Und weil wir gerade beim Thema Völkerverständigung sind: Ja, ich unterstütze den Genozid in Gaza und werde das auch weiter tun. Mit Hingabe zur Staatsräson. Mit Waffen und viel Geld. Mit Schweigen in den richtigen Momenten. Humanität ist schließlich etwas für Menschen mit Herz. Ich brauche allerdings weiter Euer Steuergeld für Waffen und neue U-Boote.
Die Sozialpolitik fragt ihr? Die werde ich weiter zerstören und zwar mit Freude. Bürgergeld? Weg. Pflege? Selbst zahlen. Krankenhäuser? Da schließen wir ein paar, spart Personal und Geld was wir wo anders benötigen. Schulen? Na ja, Bildung ist wichtig, aber nicht so wichtig wie ein neues Kampfflugzeug. Um bei Amazon am Fließband zu stehen, langt schließlich auch ein Hauptschulabschluss.
Wir brauchen schließlich mehr Geld für Krieg. Viel mehr ihr Schafe. Panzer sind nämlich teuer und Panzer lügen nicht im Gegensatz zu Wahlprogrammen. Die Armen werden ärmer, die Reichen (also Leute wie ich) werden reicher und die Mittelschicht.
Liebe Bundesbürger: Sie dürfen weiter stolz sein. Stolz darauf, dass Ihr hart erarbeitetes Geld in Dinge fließt, die laut explodieren und Menschenleben vernichten, statt in Dinge, die leise helfen. Stolz darauf, dass wir moralisch auf der richtigen Seite stehen, auch wenn diese Seite gerade ein Trümmerfeld ist.
Ich wünsche Ihnen allen ein frohes, gesundes neues Jahr 2026. Möge Ihre Stromrechnung erträglich bleiben, möge Ihr Job noch ein paar Monate halten, und möge die nächste Eskalation bitte erst im Februar kommen, ich habe im Januar noch Skiurlaub in Davos mit Leuten, die Kriege wirklich verstehen.
Ihr Friedrich Merz