Keine Lust auf Krieg: Verweigererzahlen explodieren

Die deutsche Wehrpflicht-Reform zeigt Folgen: im laufenden Jahr ist die Zahl der anerkannten Kriegsdienstverweigerer so hoch wie seit 2011 nicht mehr, dem letzten Jahr der ehedem regulären Wehrpflicht, die der damalige CSU-Verteidigungsminister zu Guttenberg dann de facto abschaffen ließ. Wie das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben jetzt mitteilte, wurden bis Ende Mai bereits 2.667 Anträge rechtskräftig positiv beschieden. Zum Vergleich: im gesamten Jahr 2025 waren es 2.830 Anerkennungen – ein Wert, der nun schon im ersten Halbjahr übertroffen wird.
Sie zeigen, daß der Kriegs- und Eskalationskurs der Bundesregierung in der Bevölkerung keineswegs unumstritten ist. Im Gegenteil, der Widerwille, sich im absehbaren Ernstfall von Merz, Pistorius und Co. an der NATO-„Ostflanke“ verheizen zu lassen, ist spürbar. Das zeigten erst dieser Tage auch aktuelle Zahlen von der Postkarten-Rekrutierungsaktion der Bundeswehr, die seit Jahresbeginn läuft – und zum Rohrkrepierer geriet: fast 300.000 Fragebögen wurden an junge Deutsche verschickt. Aber gerade einmal 530 Freiwillige meldeten sich daraufhin zum Dienst. So wird das nichts mit dem neuen Ostfeldzug.
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Vielen Dank für den Beitrag. Ich halte es für problematisch, aus den Zahlen der Kriegsdienstverweigerung weitreichende politische Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist ein wichtiges Merkmal einer freiheitlichen Demokratie – ebenso wie die Pflicht des Staates, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Die Angriffskriege der russischen Föderation haben deutlich gemacht, dass autoritäre Gewalt eine reale Bedrohung für Frieden, Freiheit und das Völkerrecht darstellt. Wehrhaftigkeit ist deshalb keine Kriegsverherrlichung, sondern Ausdruck der Verantwortung, Demokratie und Menschenwürde gegen völkerrechtswidrige Aggression zu verteidigen. Gerade deshalb sollten wir bei den Fakten bleiben und auf ideologische Vereinfachungen verzichten.
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