
Eigentlich denkt man ja immer wieder, es kann nicht schlimmer oder verrückter werden, und wird dann wieder eines Besseren belehrt.
Ein Komiker wird zum Rechtsextremismusexperten. Auf Wunsch einer antifaschistischen Wuchtbrumme, der manch böser Zeitgenosse Probleme bei der Haarpflege unterstellt, soll Hape Kerkeling nun als Rechtsextremismusexperte im Thüringer Landtag aussagen. Die Nominierung erfolgte auf Wunsch von Katharina König-Preuss. Kerkeling soll sich zu einem eventuellen AfD-Verbot äußern. Aktuell fungiert die linientreue Ulknudel noch als Botschafter für den Leipziger Christopher Street Day. Diese wertvolle gesellschaftliche Funktion hat Hape von Sebastian Krumbiegel übernommen, auch ein wahrlich begabter Rechtsextremismusexperte. Da sich seine Band, die Prinzen, auflösen will, hätte der rote Prinz zumindest genügend Zeit für derartige Auftritte.
Zurück zu Leipzig. Dort soll ja dieser Tage, wie bereits erwähnt, der jährliche CSD stattfinden. Dass es den Warmen zu warm wird und der CSD wie in anderen Städten abgesagt werden muss, ist zwar nicht zu befürchten, aber trotzdem droht Unwettergefahr. Voller Vorfreude auf den CSD ist die sogenannte Leipziger Gruppe, die unter anderem auch für die Leipziger Verkehrsbetriebe verantwortlich ist. Stolz präsentierte sie in den sozialen Netzwerken ihren diesjährigen Mottowagen – man muss eben Prioritäten setzen. Die LVB schafften es im Juli sogar in bundesweite Schlagzeilen. Nicht, weil die Bahnen besonders pünktlich sind oder Leipzig bundesweit die niedrigsten Tarife hat. Nein, im Sommer herrschten sommerliche Temperaturen, und das Bitumen in den Gleisen löste sich in seine Bestandteile auf. Die Konsequenz? Tagelang standen die Räder still, es gab auch kaum Schienenersatzverkehr. Zum Glück fanden sich brave Insassen dieser bunten Republik, die mit Heißluft und Spachtel in der Hand die Gleise vom Bitumen befreiten. So viel Gemeinschaftsgefühl gab es in der Messestadt seit „Wir bleiben zuhause“ und „Wir sind gegen Corona geimpft“ nicht mehr. Die Bitumenklumpen fanden sogar Platz in einem Leipziger Museum, stolz präsentiert von Damen mit dem typischen Problempony.
„Wunder gibt es immer wieder“, sang einst Katja Ebstein. So ein Wunder ereignete sich diese Woche im Hause Spahn. Jens Spahn und sein Ehemann sind Eltern geworden, so titelten die Qualitätsmedien. Was ist passiert? Haben die beiden Philipp Amthor adoptiert, der bei einer Klassenfahrt im Bundestag vergessen wurde? Wer ist die Mutter? Werden bei Masken-Jens oder seinem Ehemann Schwangerschaftsstreifen zurückbleiben, oder kam der kleine Racker per Kaiserschnitt zur Welt? Nein, nichts von alledem: Der Nachwuchs im Hause Spahn kam durch eine Leihmutterschaft zustande. Eine Praxis, die in der BRD verboten ist. Eine Lockerung dieser Gesetzgebung lehnte Spahn noch als Gesundheitsminister ab. Zumindest muss sich der kleine Racker nicht um seine Zukunft sorgen, diese ist zumindest aus finanzieller Sicht gesichert. Dafür hat der emsige Papa bereits gesorgt. Außer, der politische Wind dreht sich noch mal in diesem Land, dann müsste der Sohnemann seinen Papa auf der Vater-Kind-Station in der JVA Moabit besuchen. Nun zeigen sich die anderen Gebrauchtparteien empört darüber, dass durch das Verhalten von Masken-Jens Vertrauen in die Politik verloren gehen könnte. Keine Sorge, dieses Vertrauen habt ihr schon seit vielen, vielen Jahren verspielt.
Das war’s erst mal, eine Fortsetzung folgt sicherlich, Material liefert die Politik ja genügend.
Alexander Kurth
Vielen Dank für Ihren pointierten Beitrag. Satire und Zuspitzung können politische Widersprüche sichtbar machen und Debatten anregen. Gleichzeitig halte ich es für wichtig, Kritik an politischen Entscheidungen und öffentlichem Handeln von persönlichen Herabsetzungen oder pauschalen Zuschreibungen gegenüber einzelnen Menschen oder gesellschaftlichen Gruppen zu trennen. Eine faktenorientierte, respektvolle Auseinandersetzung stärkt die demokratische Diskussion letztlich mehr als Polemik – gerade in Zeiten, in denen Vertrauen in Politik und Medien auf dem Prüfstand steht.
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