
Vor 32 Jahren verließen die letzten russischen Soldaten Deutschland. Besetzt sind wir noch immer
Vor 32 Jahren rückten die letzten russischen Streitkräfte aus Deutschland ab. Schon Jahre vorher gab es sogar Gespräche über die Möglichkeit der Rückgabe von deutschen Ostgebieten. Von Genscher und Kohl wurden diese abgelehnt. Wie übrigens bereits die sogenannte Stalin-Note von Adenauer abgelehnt wurde, natürlich auf Druck der Westalliierten. Ein geschichtlicher Aspekt, der leider kaum bekannt ist.
Während die russischen Truppen abgezogen sind, hocken die US-Amerikanischen Kriegstreiber noch immer im Land und führen von hier aus ihre Kriege in der Welt. Es wird Zeit zu sagen: Ami go home – Besatzer und Kriegstreiber raus!!
Denn was hat sich eigentlich seit dem Abzug der russischen Truppen geändert? Deutschland ist lediglich in den Augen politisch sehr naiver Menschen souverän. Militärisch ist man aber eng in die amerikanische Kriegs- und Sicherheitsarchitektur eingebunden. Natürlich nur als braver Schoßhund und in keinster Weise als gleichberechtigter Partner. Die brd darf nicht einmal eigenständig darüber entscheiden, aus welchem Land sie ihre Rohstoffe bezieht.
Von deutschem Boden aus werden amerikanische Militäroperationen und Terrorakte gegen Zivilisten unterstützt sowie koordiniert. Die US-Air-Base Ramstein ist dabei längst zum Symbol dieser Abhängigkeit geworden. Über Ramstein liefen unter anderem Kommunikationsverbindungen für amerikanische Drohneneinsätze in Ländern wie Afghanistan, Pakistan, Irak, Somalia und Jemen. Auch im aktuellen Krieg gegen den Iran, spielt die Airbase eine wichtige Rolle. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat die technische Bedeutung Ramsteins für diese Einsätze ausdrücklich dokumentiert.
Auch die großen Kriege der vergangenen Jahrzehnte sind an Deutschland nicht einfach vorbeigegangen. Die Kriege der USA und ihrer Verbündeten im Irak, in Afghanistan und anderen Teilen der Welt wurden von deutschen Basen, Einrichtungen und der logistischen Infrastruktur des US-Militärs in Europa zumindest mittelbar unterstützt. Deutschland war und ist damit Teil einer amerikanisch geprägten militärischen Infrastruktur, die weit über die Landesverteidigung hinausgeht.
Und heute? Heute wird uns erzählt, Russland sei die größte Bedrohung für Deutschland und man müsse sich „kriegstüchtig“ machen. Statt alles dafür zu tun, einen Krieg zwischen Russland und Europa zu verhindern, wird aufgerüstet, werden immer weitreichendere Waffensysteme diskutiert, geliefert und die Unterstützung der Ukraine weiter ausgebaut.
Die Bundesregierung spricht von weitreichenden Waffensystemen und entwickelt gemeinsam mit Großbritannien sogar Systeme mit Reichweiten von rund 2.000 Kilometern. Auch die Modernisierung von Taurus und die Entwicklung des Taurus Neo werden vorangetrieben.
Man muss Russland nicht mögen und man muss den aktuellen Krieg nicht gutheißen, um trotzdem eine einfache Frage stellen zu dürfen: Wo soll das enden?
Wenn deutsche Politiker ständig neue Waffen fordern, wenn immer weiter eskaliert wird und wenn Russland gleichzeitig zum dauerhaften Feindbild aufgebaut wird, dann ist das keine Politik, die Deutschland sicherer macht. Das ist eine Politik, die die Gefahr eines großen europäischen Krieges immer weiter erhöht.
Und während man den Deutschen erklärt, sie müssten sich auf Krieg vorbereiten, steht der Feind und Unterdrücker bereits im Land! In Form von amerikanischen Soldaten und amerikanischen Militärbasen auf deutschem Boden. Der amerikanische Einfluss auf die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik ist unübersehbar.
Üner 30 Jahre nach dem Abzug der letzten russischen Soldaten wird es deshalb höchste Zeit, auch über die andere Seite der Geschichte zu sprechen.
Warum müssen eigentlich immer noch fremde Truppen in Deutschland stationiert sein? Warum werden amerikanische Kriege von deutschem Boden aus unterstützt? Und warum soll ausgerechnet Deutschland jetzt wieder zum militärischen Aufmarschgebiet gegen Russland werden? Fragen die meiner Meinung nach auch im Bundestag viel zu wenig gestellt werden. Auch die Frage beziehungsweise den Einsatz für ein wirklich souveränes Deutschland vermisse ich.
Deutschland braucht keine neuen Feindbilder und keine neue deutsche Kriegsbegeisterung. Deutschland braucht endlich eine Außenpolitik, die sich an den eigenen Interessen orientiert und nicht daran, was Washington, Brüssel, Israel oder irgendein NATO-Gipfel gerade vorgibt.
Frieden in Europa wird nicht dadurch erreicht, dass man immer mehr Waffen an die Grenzen Russlands bringt und immer lauter nach noch mehr Aufrüstung ruft. Es wird Zeit für eine deutsche Politik, die wieder den Mut hat, Nein zu sagen.
Nein zu fremden Kriegen.
Nein zu deutscher Kriegshetze.
Nein zur Eskalation mit Russland. Nein zur Mittäterschaft beim Genozid in Gaza.
Und vor allem: Nein zu der Vorstellung, Deutschland müsse für die geopolitischen Interessen anderer Länder den Kopf hinhalten.
Ami go home – Besatzer raus!
Alexander Kurth
(Grafik durch KI erstellt)