Personalquerelen beim „Flügel“?

Grundsätzlich beteiligen wir uns eher nicht an der Diskussion innerer Zerwürfnisse in der #AfD, da uns bewusst ist, dass diese oft äußeren Einflüssen des politischen Gegners geschuldet sind.

Im vorliegenden Fall, der Causa #Pasemann, liegt die Sache allerdings anders. Hier können weder Altparteien noch Leitmedien für die Querelen verantwortlich gemacht werden, hier liegt das Unvermögen offensichtlich allein bei bestimmten Akteuren der AfD bzw. des sog. Flügels. Der innerparteiliche Zwist gipfelte nun sogar in einem Parteiausschlussverfahren gegen Frank Pasemann.

Bereits seit Jahren ist Herr Pasemann, derzeit Bundestagsabgeordneter der AfD, in Konflikte innerhalb der AfD, speziell des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, involviert. Nach uns vorliegenden Informationen wurde Pasemann als Schatzmeister des Kreisverbandes Magdeburg anfänglich von André Poggenburg, MdL gestützt und gefördert. Poggenburg war von 2014 bis 2018 Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, konsolidierte den zuvor völlig darniederliegenden Landesverband rasch und führte ihn als Vorsitzender und Spitzenkandidat bereits 2016 zum beachtlichen Ergebnis von 24,3% in der Landtagswahl, dem bis heute zweitbesten Ergebnis der AfD überhaupt.

Die Wahl zum Landesschatzmeister 2016 und die Aufstellung als Bundestagskandidat 2017 hatte Pasemann wohl maßgeblich Poggenburg zu verdanken. Hier hat dieser offensichtlich ungeschickt bzw. gutgläubig agiert, denn je größer Macht und Einfluss von Pasemann wurden, umso mehr häuften sich auch Auseinandersetzungen in der Mitgliederschaft des Landesverbandes, zumeist letztlich nachteilig für das Ansehen von Vorsitzendem Poggenburg, trotz seiner hohen Verdienste um den Erfolg der AfD Sachsen-Anhalt.

2018 kam es dann zum klaren Bruch zwischen Poggenburg und Pasemann, nachdem dieser sich im von Höcke und Poggenburg 2015 gegründeten rechtsnationalen „Flügel“ immer mehr Platz verschaffte und auch dort für große Zerwürfnisse sorgte. Warum Pasemann, als später Quereinsteiger, plötzlich so stark von Björn Höcke, Andreas Kalbitz und Hans-Thomas Tillschneider gestützt und geradezu hofiert wurde, trotz der erheblichen Differenzen zu Co-Flügel-Chef #Poggenburg oder anderen Flüglern der ersten Stunde, entzieht sich unserer gesicherten Kenntnis. Allein, es wirft viele Fragen auf, doch spekulieren wollen wir hier nicht.

Klar ist allerdings, dass Flügelmitbegründer Poggenburg diesen im Jahre 2018 verließ und in seiner Austrittserklärung Kritik an gewissen Punkten übte, die in den Folgejahren dem Flügel tatsächlich mehrmals sehr negative Schlagzeilen einbrachten. Pasemann war darin jeweils involviert.

Nachfolgend veröffentlichen wir einen Kommentarbeitrag von André Poggenburg, den dieser auf der Internetseite des Flügels zu einem Beitrag zur Causa Pasemann verfasste. Der Beitrag wurde vom Flügel allerdings umgehend gelöscht, uns liegt aber ein Screenshot vor:

„Werte Kameraden
und Nationale,

unabhängig davon, dass ich selbst 4 Ordnungsmaßnahmen des BuVo kassierte, kein großer Freund solcher Zwangsmaßnahmen bin und mich zu dem Verfahren selbst nicht äußere, muss ich hier, auch aufgrund vieler Nachfragen in den letzen 3 Tagen, mal etwas richtig stellen:

Frank Pasemann ist kein echter Patriot und Flügler! Er war es nie und wird es nie sein. Er ist bspw. maßgeblich an dem hinterhältigen Komplott und Dolchstoß gegen mich beteiligt gewesen und vieles, was den Flügel unnötig schadete (Spenden- und Finanzaffäre), war mit durch ihn verursacht und betrieben worden. Davor hatte ich 2018 bereits eindringlich gewarnt, das war auch Mitursache meines Ausscheidens aus dem Flügel.

Er hat in meinem damaligen Landesverband unheimlich viel Schaden und Ärger verursacht, sich als vollkommen illoyal erwiesen und gegen echte Flügler und Haudegen der ersten Stunde (bspw. Andreas Mrosek) ständig intrigiert.

Dieser dauernde Selbstbetrug hier muss endlich mal ein Ende haben. Macht die Augen auf und seht, wer sich unter euch tummelt, mit welchen Aufträgen und Intentionen auch immer!“

Diesen Kommentar werden wir nicht weiter bewerten oder kommentieren, er dürfte ausreichend für sich selbst sprechen.

Letztlich bleibt nur festzustellen, dass der Niedergang des „Flügels“ wohl das Ergebnis einer Summe von Fehlentscheidungen und weniger das Resultat der Arbeit des politischen Gegners war. Mahnende Stimmen gab es, sie wurden allerdings in den Wind geschlagen. Und auch die äußerst unglücklichen Antworten bei einigen Personalfragen haben sicher ihres zum Ende des Flügels beigetragen.

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