Fabrik für Marschflugkörper in Leipzig eröffnet!

Fabrik für Marschflugkörper in Leipzig eröffnet, Politik klatscht Beifall!

Am Montag hat das US-Rüstungsunternehmen Covenant im Norden der Stadt offiziell seine Produktionsstätte eröffnet. Die Eröffnung erfolgte quasi im Eiltempo, schließlich ist die Rüstungsindustrie die einzige Industrie, welche in Deutschland noch floriert.

In der Messestadt Leipzig soll der Marschflugkörper „Anthem“ montiert werden. Im ersten Jahr sind nach Angaben des Unternehmens rund 1.000 Flugkörper geplant, ab 2028 sollen es bis zu 5.000 Stück jährlich werden. Damit soll Leipzig zum weltweit größten Produktionsstandort des Unternehmens und zum europäischen Dreh- und Angelpunkt werden.

Es handelt sich dabei nicht um irgendeine einfache Drohne. Anthem ist ein weitreichender Marschflugkörper für sogenannte „Deep-Strike“-Einsätze. Nach den bisher veröffentlichten Angaben soll er mehr als 1.000 Kilometer weit fliegen und einen Gefechtskopf von bis zu 200 Kilogramm tragen können.

Und genau hier beginnt die Diskussion, die man in Leipzig eigentlich führen sollte. Gefragt wurde allerdings niemand, und leider war auch der Protest gegen die Rüstungsschmiede sehr überschaubar. Die eigene Existenz, die eigene finanzielle Situation, ist für die meisten Menschen anscheinend wichtiger als Krieg oder Frieden. Die Menschen ignorieren dabei, dass genau diese Politik der weiteren Eskalation zu noch höheren finanziellen Belastungen führen wird. Obwohl diese Belastungen sowieso keine Rolle mehr spielen werden, wenn die Situation in Europa endgültig eskaliert.

Die Politik steht daneben und applaudiert, während die Kriegstrommeln immer lauter geschlagen werden. So war bei der Eröffnung Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) anwesend. Genau der Kretschmer, der immer wieder betont, wie wichtig Diplomatie doch angeblich wäre. Doppelmoral in ihrer höchsten Form, nichts Neues bei den Machterhaltungsganoven. Ebenfalls anwesend war der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Johannes Steiniger.

Auch innerhalb der Leipziger Politik gibt es Unterstützung. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann, der vom Radprofi zum Kriegstreiber mutierte, bezeichnete die Ansiedlung als Beitrag zur deutschen Sicherheit. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) erklärte ebenfalls, Freiheit brauche Sicherheit, und verwies auf Arbeitsplätze und die Stärkung der industriellen Basis. Für Arbeitsplätze geht man also ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen. Während die Zerstörung unserer eigentlichen Wirtschaft und des Mittelstandes weiter auf Hochtouren läuft. Die zentrale Frage lautet nicht nur: Wie viele Arbeitsplätze entstehen?

Die viel unbequemere Frage sollte lauten:

Was bedeutet es für eine Großstadt, wenn dort künftig Tausende weitreichende Marschflugkörper produziert werden?

Covenant selbst bezeichnet Leipzig als seinen europäischen Dreh- und Angelpunkt. Die Wahl des Standortes erfolgte nicht zufällig. Die Nähe zum Flughafen Leipzig/Halle, die Autobahnanbindung und die vorhandenen industriellen Kompetenzen waren wesentliche Argumente.

Leipzig verfügt bereits über eine außergewöhnliche Bedeutung für die Kriegsmaschinerie der Weltbrandstifter.

Der Flughafen Leipzig/Halle ist Deutschlands zweitgrößter Frachtflughafen und beherbergt das weltweit größte DHL-Drehkreuz. Gleichzeitig werden dort seit Jahren auch militärische Transporte abgewickelt – unter anderem für die Bundeswehr und die NATO. Rechtlich ist dieser Sachverhalt im Übrigen umstritten, da es sich eigentlich um einen zivilen Flughafen handelt. Aber wen interessieren schon Recht und Gesetz, wenn es um Milliardengewinne geht. Hinzu kommen noch die ukrainischen Antonow-Transportmaschinen, die Leipzig/Halle für Schwerlasttransporte nutzen. Auch Transporte im Zusammenhang mit NATO-Aufgaben spielen dabei eine wichtige Rolle.

Nun kommt eine Produktionsstätte für weitreichende Marschflugkörper hinzu.

Ein Sicherheitsaspekt lässt sich im Zusammenhang mit der Fabrik nicht einfach wegwischen, und dieser Umstand sollte auch Befürwortern der Rüstungsschmiede bewusst sein.

Eine Fabrik, die künftig bis zu 5.000 weitreichende Marschflugkörper pro Jahr für europäische Streitkräfte für ihren Krieg gegen Russland produziert, ist zweifellos militärisch relevant und könnte auch ein Angriffsziel sein. Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass der genaue Standort der Anlage offiziell nicht genannt wird. Journalisten wurden lediglich über den Standort „im Leipziger Norden“ informiert. Nach Angaben des MDR begründet das Unternehmen die Geheimhaltung unter anderem mit der Sorge vor hybriden Angriffen und Demonstrationen. Für die Produktion genutzt wird eine ehemalige Lagerhalle.

Das allein zeigt, dass selbst das Unternehmen die Sicherheitsdimension sehr ernst nimmt.

Leipzig sitzt damit gleich auf mehreren sicherheitspolitischen Schnittstellen:

Leipzig/Halle ist ein internationales Fracht-Drehkreuz!

Über den Flughafen laufen militärische Transporte!

Die Region besitzt eine wichtige industrielle Infrastruktur, auch für militärische Zwecke!

Neben Leipzig sollen in Sachsen weitere Rüstungsstandorte entstehen, schließlich ist Krieg ein profitables Geschäft.

In Gnaschwitz bei Bautzen wird in einem übernommenen Werk der Ausbau von Rüstungs- und Munitionsproduktion geplant. In Görlitz wird ein Werk von KNDS zum Zentrum für den Rohbau von Kampfpanzern umgebaut. In Dresden übernimmt eine Firma der Elbe Flugzeugwerke Wartungs- und Reparaturarbeiten für NH90-Hubschrauber der Bundeswehr. Weitere Beispiele könnte ich hier nennen, diese würden aber den Umfang des Artikels sprengen.

Je mehr militärisch relevante Infrastruktur an einem Ort konzentriert wird, desto größer wird auch deren Bedeutung im Falle eines Konfliktes. Genau darüber sollte in Leipzig offen gesprochen werden, und genau dieses Thema sollte auf die Straße getragen werden. Leere Worthülsen aus den Quasselbuden in dieser Republik werden die Kriegsverrückten nicht stoppen!

Die Menschen in Leipzig, die dieses wichtige Thema größtenteils ignorieren, sollten sich allerdings eine Frage stellen:

Wie viel militärische Bedeutung soll eine Großstadt wie Leipzig künftig tragen – und wer trägt am Ende das damit verbundene Risiko? Sind es Merz, Lehmann, Kretschmer und Konsorten oder ist es doch eher der Normalbürger? Sind es die Kinder der politischen Kaste oder sind es eure Kinder? Diese Frage ist weder rechts noch links. Sie ist eine Frage an die schweigende Stadtgesellschaft.

Alexander Kurth

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