
Brandmauer wird durch Flucht gesichert!
Die CDU in Sachsen-Anhalt hat offenbar eine ganz neue Vorstellung von demokratischer Verantwortung: Bei den ersten beiden Wahlgängen der Ministerpräsidentenwahl will sie geschlossen den Plenarsaal verlassen. Die Brandmauer wird also nicht verteidigt, sondern offenbar durch Flucht gesichert. Chapeau! Wer hätte gedacht, dass man politische Probleme lösen kann, indem man einfach nicht mehr im Raum ist? Geht es nach einem Großteil der Wähler, könnte die Partei gänzlich den Landtag verlassen.
Besonders peinlich ist dabei die Botschaft: Offenbar traut man den eigenen Reihen nicht einmal zu, eine geheime Wahl ohne anschließendes Misstrauen und Spekulationen zu überstehen. Statt politischer Klarheit gibt es lieber einen kollektiven Abgang. Demokratie kann so einfach sein – zumindest, wenn man ihr aus dem Weg geht. Anscheinend ist dies die neue Version von „Unsere Demokratie“.
Nur einen Fehler macht die CDU bei dieser Rechnung: Sie vergisst den Wähler.
Denn der wird dieses Schauspiel ganz genau beobachten. Und sollte es in Sachsen-Anhalt zu Neuwahlen kommen, könnte der CDU ein ähnliches politisches Schicksal drohen wie in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie bei der Landtagswahl 2026 eine schwere Niederlage erlitt und sogar aus dem Landtag flog. Wer sich vor Verantwortung drückt, sollte sich nicht wundern, wenn die Wähler irgendwann ebenfalls einfach weitergehen und ihr Kreuz an anderer Stelle machen. Profitieren wird von dieser erbärmlichen Scharade einzig und allein die AfD.
Die CDU hat es damit erneut geschafft, ihr eigenes erbärmliches Niveau zu unterbieten.