Tageskolumne 21.03.2020

Berlin. Den Hauptstädtern ist scheinbar jedes Mass an Selbstverständlichkeit abhanden gekommen. Zumindest den Angestellten und Beamten des Bezirksamtes Berlin-Neukölln. In einem internen Informationsschreiben gab die Behörde einen fürsorglichen Tipp zum Thema Corona samt Begründung. „Eine Übertragung über Oberflächen (Türklinken, Haltegriffe in der U-Bahn, Tischplatten) ist bei der Einhaltung der üblichen Hygiene-Regeln ausgeschlossen. … Das Ablecken solcher Oberflächen sollte nach Möglichkeit auf das absolut erforderliche Mass reduziert werden“. Hmm. Vielleicht dröhnt die Türklinke besser als der Shit aus dem Görlitzer Park. Ich weiss es nicht. Ich bin kein Berliner.

Leipziger bin ich auch nicht. Aber stolzer Sachse. Egal. Auf dem Hauptbahnhof der sächsischen Messer- ähm Messestadt brüllte ein 37 jähriger Libanese am Donnerstag mehrfach ,Allah Corona’ und besprühte Passanten mit Desinfektionsmittel. Ob das Zeug geklaut war, blieb ebenso offen wie die Motivation des göttlichen Zer- ähm Bestäubers aus dem Morgenland mit 1,72 Promille auf dem Kessel. Gut desinfiziert.

Die 21 jährige TikTokerin Ava Louise setzt noch einen drauf bzw sich demonstrativ daneben. Ich hab keine Ahnung was so eine ist. Irgendwas Ansteckendes. Vor Kurzem hiessen diese Möchte-Gern-Stars noch Influencer. Früher waren das einfach nur Dummschwätzer und Spinner. Ist immer noch dasselbe! Egal. In einer Corona-Challenge leckt das hirnlose Grippe-Virus eine Flugzeugtoilette ab. Von mir aus! Wenn es schön oder berühmt macht.

Berühmt war der Terminator. Der uralte Mann aus Österreich appellierte an die ,Spring-Break-Jugend’ in Florida. Jetzt ist die amerikanische Party verboten. Arnold Schwarzenegger sei Dank. Das ist zwar geschwindelt, aber der alte Mann braucht seine Anerkennung. Er gehört zur Risikogruppe.

Bahnfahrer sind auch generell risikobehaftet. So oder so. Auf der ICE-Strecke im hessischen Idstein befuhr ein Lokführer mit seinem Zug aus Frankfurt nach Köln am Freitagmorgen die Theisstalbrücke. Der Führer der Lok bemerkte ein Ruckeln seines ICE’s. Respekt! Auf einer Strecke von zirka einhundert Metern waren die Schienenschrauben gelöst worden. Die Brücke hat eine Länge von 484 Metern und ist an der höchsten Stelle ungefähr fünfzig Meter hoch. „Konkretes lässt sich im Moment noch nicht sagen“, sagte der Wiesbadene Polizeisprecher Markus Hoffmann. Hmm. Ich bin mir fast sicher wo sie fündig werden würden, wenn sie denn wöllten und es die Seite noch gäbe.

Noch gibt es den 93 jährigen Wachmann von Danzig. Von August 1944 bis April 1945 war der 18 bis 19 Jährige am Mord in 5230 Fällen behilflich. Er soll die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt haben. Unglaublich.

Schönen Tag!

Ute Fugmann

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