Kaffeegespräche mit einem Syrer

Das etwas andere Gespräch

Was passiert eigentlich mit den hier geduldeten oder illegalen „Flüchtlingen“? Bekommen die auch eine freiwillige Impfung? Theoretisch müssten es die ersten Kandidaten sein, weil sie ja auf so engem Raum auskommen müssen. Und wie vermittelt man ihnen diese Impfung? Vielleicht mit Öffentlichkeitsarbeit in mehreren Sprachen? Meine täglichen Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bestätigen mir immer wieder, dass Migranten sich nicht von den Appellen der Bundesregierung beeindrucken lassen. Die pfeifen auf Maske und Mindestabstand. Während der Deutsche hysterisch auf die Maske hingewiesen wird, meidet man die Konfrontation mit Migranten, weil man längst weiß, dass es fast immer zu Körperverletzungen kommt.

Was aber, wenn Migranten die Impfung verweigern? Sperrt man sie dann ein, werden sie auch von der Polizei verprügelt, oder werden sie, wie es bereits vielen ergeht, als Verschwörungstheoretiker eingestuft? Diese Fragen sind nicht meine, denn ich hatte heute das Vergnügen, mich mit einem Syrer ( seit 2017 in Deutschland ) zu unterhalten, der mir genau diese Fragen stellte. Zugegebenermaßen hätte ich freiwillig NIE das Gespräch mit ihm gesucht, aber es hat sich so ergeben, dass ER das Gespräch mit mir suchte. Meine erste Reaktion war der prüfende Griff in meine rechte Jackentasche, um sicher zu gehen, ob ich das Pfefferspray dabei habe. Man kann ja nie wissen! Die deutsche Sprache war nicht perfekt, aber ich verstand ihn gut. Er hatte eigentlich nur das Bedürfnis, sich mit mir über das Thema Corona und Impfung zu unterhalten.

Er ist der Ansicht – und die teilte ich auch mit ihm – dass es sich um keine richtige Pandemie handeln kann. Bei einer Pandemie – so der Syrer – sieht man Tote über Tote und man bräuchte keine Hilfsmittel um Massentests durchzuführen. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, ist Covid19 für die Migranten jedenfalls keine überzeugende Pandemie.

Auch in Syrien ist der Impfstoff in der Bevölkerung ein Gesprächsthema. Er weiß es, weil er regelmäßig mit seinen Großeltern telefoniert. Zwar wird in Syrien keine allzu große Öffentlichkeitsarbeit um diesen Impfstoff betrieben wie hierzulande , aber in Syrien stört vielen Menschen der Umstand, dass die Pharmaindustrie keinerlei Verantwortung tragen will. Ich war auch angenehm überrascht, dass dieser Syrer die Bill-Melinda-Gates-Stiftung als ein Verbrecherkartell sieht. Er nannte sie vereinfacht Tabletten-Mafia ! Es scheint seinen Aussagen nach viele Migranten zu geben, die wissen, dass diese Stiftung auch von afrikanischen Bischöfen massiv kritisiert wird.

Auf meine Frage, ob er sich impfen lassen wird, kam blitzartig die Antwort: „Nein, ich schwöre“. Aus seinen weiteren Sätzen entnahm ich, dass sein Großvater in Syrien ihn davon abgeraten hat. In etwa so: „ Du bist ein junger Mensch, dein Immunsystem regelt alles und nicht die Pharmaindustrie“.

Ich erreichte meine S-Bahn-Station und wollte mich gerade für das Gespräch bedanken. Pustekuchen! Der Syrer war auch an seinem Ziel angekommen und verließ das Abteil. Die Treppe hoch, der Syrer lief neben mir her und quasselte wie aufgezogen weiter, als würde er mich schon Jahre kennen. Wieder griff ich in meine rechte Jackentasche und hielt die Handtasche noch fester.

Oben angekommen, lud er mich zu einem Kaffee an einem Kiosk ein, weil er hätte ja noch so viel zu erzählen. Ich musste ihm erst mal klar machen, dass ich wenig Zeit habe. Keine Ahnung, was mich dann doch dazu getrieben hat, aber ich ließ mich auf einen Kaffee ein, machte ihm aber unmissverständlich klar, sollte er ein Stichwaffe zücken, dass ihm dann die Hölle erwartet. In diesem Moment drehte ich den Spieß um und ICH stellte dann die Fragen.

Meine erste Frage war, ob ihm überhaupt bewusst ist, welches Unheil durch vieler seiner Landsleute deutschen Familien angetan wurden. Ich erzählte ihm von den vielen ermordeten Frauen und Männer. Er stritt es nicht ab, versuchte mir aber klar zu machen, dass sich viele als Syrer ausgegeben haben, obwohl sie aus dem Irak oder Afghanistan kommen und die deutschen Behörden sie immer noch als Syrer im Register haben.

Bevor ich meine zweite Frage stellen konnte, stellte er klar, dass es wegen Corona keinen Sinn mehr macht, in Deutschland ein Gewerbe anzumelden und die Firmenpleiten dazu führen, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt immer schlechter werden. Ihm ist langweilig in Deutschland, fügte er noch hinzu.
Mein Kaffee war fast ausgetrunken als ich ihn fragte, was denn an Deutschland so interessant ist. Der Syrer senkte den Blick und sagte: „ 2017 als ich her kam, fand ich Deutschland gut. Ich fand Deutschland abenteuerlich und aufregend. Drei Jahre später, sieht er es anders. In Italien, Kroatien und in den Osteuropäischen Staaten will man uns auch nicht haben und Griechenland ist ja noch ärmer als die Länder, aus denen die Menschen fliehen. Von Europa haben wir uns mehr versprochen. Heute sehen wir, dass dieses Land ja doch nicht so frei ist, wie immer gesagt wurde. Die EU hat zu viel Einfluss auf alles, das falsche ist in Deutschland erlaubt, das richtige wird verboten.“ Den letzten Satz fand ich sehr interessant und hakte nach, wie ich das verstehen soll.
Seine Antwort: „In der deutschen Politik blicke ich nicht durch. Warum haben Schwule und Lesben hier so einen hohen Stellenwert? Ein Sozialarbeiter wäre mir lieber, aber zu uns kommen immer nur Frauen, die uns betreuen. Meine Großeltern waren ganz entsetzt, als ich ihnen davon erzählte.“

Das ganze Gespräch zwischen uns war natürlich eine Mischung aus gebrochenem Deutsch und Berliner Schnauze. Als Letztes verabschiedete ich mich bei ihm, bedankte mich nochmals für das Gespräch und sagte zu ihm: „ Du bist noch Jung. Wenn Du schon nach drei Jahren das Gefühl hast, dass deine Träume in Deutschland nicht in Erfüllung gehen, wird es Zeit nach Hause zu gehen. Syrien ist ein hoch entwickeltes Land. Da werdet ihr gebraucht!“ Das letzte was er dann sagte war: „ Du redest wie meine Großmutter und die hatte immer Recht“.

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