WUTBÜRGER die Band im Interview.

WUTBÜRGER im Exklusivinterview. Bereits zwei mal hatten wir die Möglichkeit den Frontmann der Band Andy Habermann zu interviewen. Nun konnten wir die komplette Band vor unser Mikrofon bekommen. Im Interview geht es nicht nur um musikalische Themen, die Jungs werfen auch einen Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Situation und gewähren Einblick in ihr Privatleben.

Nun wollen wir Euch nicht länger auf die Folter spannen, also lest selbst.Eine kleine Anmerkung der Redaktion. Die Antworten von Nigel wurden vom Englischen ins Deutsche übersetzt.

Nun wollen wir Euch nicht länger auf die Folter spannen, also lest selbst.

Eine kleine Anmerkung der Redaktion. Die Antworten von Nigel wurden vom Englischen ins Deutsche übersetzt.

UM:

In Vergangenheit hatten wir nicht nur ein mal die Gelegenheit, den Frontmann Andy zum Interview zu begrüßen. Heute freue ich mich darauf, die gesamte Band im Video-Chat kennen zu lernen. Die erste Frage muss konsequenter Weise lauten: „Wie ist es euch ergangen seit dem letzten Interview- auch im Bezug auf die sozialen Einschränkungen?“

Andy:
Moin! Also sowohl privat, als auch musikalisch war ja nicht viel möglich. Eine kleine Tour durch den deutschsprachigen Raum haben wir noch vor der Endplanung abgesagt. Veranstalter, die mit uns für die Zukunft geplant hatten, sind teilweise insolvent. Und auch zukünftige Gigs greifen wir nur mit einer gesunden Skepsis an. Wer weiß, was diese Irren da oben sich noch einfallen lassen.

UM:
Dennoch habt Ihr viel gearbeitet. Wenn man eure sozialen Medien verfolgt, sieht man einige Veröffentlichungen; das Personal bzw. die Besetzung hat sich nochmal verändert. Was hat sich genau getan in der Band und was ist der Grund dafür? Was gibt euch den Ansporn, mit dieser Akribie weiter zu arbeiten?

Alex:
Da nach dem Ausstieg von Olli die Band ohne Gitarrist da stand, kam der Rocco auf mich zu. Da ich das Potenzial der Band durchaus gesehen habe, entschloss ich mich, die Band an der Gitarre zu unterstützen. Gemeinsam brachten wir das Album „Meilenstein“ auf den Weg, sowie die physische CD mit einigen Bonusliedern.
Dann folgte der Rückzug von Rocco, der aus gesundheitlichen Gründen erstmal kürzer treten musste.
Es folgten einige Versuche, einen neuen Gitarristen zu finden, da eigentlich der Bass mein Instrument ist. Dieses Unterfangen verlief etwas chaotisch, was die potenziellen Protagonisten anging.
Schließlich trafen wir auf Nigel, der musikalisch wie menschlich super in die Band passt.
Hier möchte ich auch gleich eine große Neuigkeit verkünden. Unser Rocco ist wieder rundum fit und wird ab sofort zurück an den Bass kommen.
Jaja, ich weiß: Ich bin der Mann, der alles kann und werde nun den Nigel an der Gitarre unterstützen. Das wird, wenn es hoffentlich bald wieder auf die Bühne geht, sicherlich sehr interessant.
Das klingt im ersten Moment nach einem ziemlichen Durcheinander, aber wir sind eigentlich so gut aufgestellt, dass es innerhalb der Band nicht gravierend ins Gewicht fiel.

Andy:
Ich bin ein Fan von zwei Gitarren. Ich finde es Klasse, dass Alex jetzt an den Rhythmus geht, da ich die Klampfe aus der Hand legen kann und mich nun voll auf das Mikrofon konzentriere. Es steht mir nun frei, auch mal an den Saiten mitzumischen, aber es ist kein Muss mehr. Das tut mir gut.

UM:
Nigel, man muss nicht lange recherchieren, um zu erkennen, welche großen Erfahrungswerte du mit in die Band bringst. Du warst auf den Bühnen auf der ganzen Welt unterwegs. Teilweise spieltest du auch in Bands aus dem rechtsextremen Milieu. Wie ist deine Einstellung heute? Könnte das nicht negativ auf die Band zurückfallen?

Nigel:
Ich habe seit 1985 mit zahlreichen Bands auf der ganzen Welt zusammengearbeitet (Europa, Großbritannien, Australien und Kanada). Ich habe in den letzten 35 Jahren über 270 Songs komponiert und aufgenommen. Ich habe eine Vielzahl von Musikstilen gespielt; Rock, Industrial / Electronica, Metal, Folk / Ballade / Country. Meine heutige Einstellung bleibt die gleiche, unverändert während meines gesamten Erwachsenendaseins, daher kann ich nicht sehen, wie sich dies negativ auf die Band auswirken könnte, da ich der Band nichts Negatives bringe. Ich denke, das ist eine überspitzte Frage, also genügt es zu sagen, dass ich weder jetzt, noch in der Vergangenheit jemals ein Fanatiker gewesen bin. Ich freue mich darauf, mit den anderen Mitgliedern von Wutbürger zusammenzuarbeiten, um als Band zusammen zu wachsen und all unsere Erfahrungen zu vereinen, um gemeinsam neue, kraftvolle und unterschiedliche Musik zu schaffen und eine der bekanntesten Rockbands in Deutschland zu werden!

Alex:
Ich habe ja eine ähnliche musikalische Vergangenheit wie Nigel. Ich hatte schon große Sorge, der Band dadurch zu schaden.
Allerdings muss man auch mal folgendes wahrnehmen. Ich bin als Musiker „engagiert“ worden, als nichts anderes.
In der Band darf jeder denken, wie er will. Das fand ich von Anfang an sympathisch. Hier sind soviel unterschiedliche Charaktere und Meinungen in der Band vertreten, was uns vereint, ist die Musik. Und dies will jeder Einzelne von uns professionell nach vorne bringen.
Ich verstehe ohnehin nicht, warum so ein Theater um diese Band gemacht wird, wenn man sich die Lieder einfach nur mal anhört.
Und das passt eben für Nigel und mich, es geht hier um Musik. Unabhängig aller „Konfessionen“.

Pitt:
Es ist ja nun kein großes Geheimnis, dass man als Band schnell den Stempel „rechtsextrem“ aufgedrückt bekommt, wenn man auf einem Album nicht mindestens zwei eindeutig dem linken Spektrum zuzuordnende Songs hat, sondern sich eher systemkritisch äußert. Beispiele dazu gibt es, was WUTBÜRGER betrifft, genug im Netz.
Ich kann dazu nur sagen, wir halten uns an die Spielregeln und sind lediglich für das verantwortlich, was wir in unseren Texten oder in der Öffentlichkeit äußern, nicht aber für das, was andere hinein interpretieren oder dazu dichten.
Aber es ist schon ärgerlich, wenn Gigs groß angekündigt, dann aber aufgrund von Unwahrheiten gecancelt werden. Wie gerade erst wieder geschehen.
Veranstalter sollten mal wieder Eier zeigen, wenn nötig auch mal selbst recherchieren, notfalls nachfragen und nicht immer gleich auf die Spinner hören, die Lügen über uns verbreiten.
Direkte Kontaktmöglichkeiten zu uns sind schnell gefunden.

Andy:
Genau so ist es. Es ist schon zum fremdschämen, wie schnell sich doch die härtesten Typen von ein paar Zeitungsartikeln der linken Presse beeinflussen lassen und uns nach perfekter Planung den Auftritt wieder kündigen. Diese Menschen werden noch in ihr Kopfkissen heulen, wenn wir da angekommen sind, wo wir hin wollen. Wir sind da anders. Wir lassen uns von niemandem diktieren, wer unser Freund sein darf und wer nicht. Wäre ja noch schöner. Ich selbst zähle mich schon zum äußerst rechten politischen Rand. Und? Was hat das mit dieser Band zu tun? Ist der Konzern Lidl linksextrem, wenn eine Zecke an der Kasse sitzt? Mein Gott, dieser Affentanz ist genauso anstrengend wie auch lächerlich. Obwohl uns der Verfassungsschutz noch nie in einem Bericht erwähnt hat, sondern lediglich mal eine Vermutung auf seiner Homepage postete, werden wir behandelt wie die Zillertaler Türkenjäger. Unsere YouTube – Videos werden immer noch genullt. Das heißt, dass einige Videos nach tausenden von Views einfach auf Null gesetzt werden, um dem potenziell neuen WUTBÜRGER-Fan das Gefühl zu vermitteln, dass wir nicht so populär sind. Kommentare werden gelöscht, Verträge gekündigt. Kürzlich hat ein Ex-Label unsere ersten vier Songs aus dem Vertrieb genommen. Und meine Liedermacher Songs aus alten Zeiten gleich mit. Neulich wurde ein Musikvideo von unserem Song „Wach“ auf Facebook nach fast einer halben Million Aufrufen entfernt, welches sich um die aktuelle Polizeigewalt dreht. Sowas badarf heutzutage keiner Begründung mehr. Es reicht, wenn irgend so ein Turnbeutelvergesser eine Mail an ein Label oder YouTube sendet und irgendein Artikel der „Qualitätsmedien“ anheftet. Zack, ausgelöscht. Ich denke, wenn ein Lied unpolitisch ist, hat es auch so behandelt zu werden. Sie wollen uns gern in die Schublade „politische Band“ stecken, aber das sind wir nicht. Wir sind eine echte Rockband. Früher wurden Rockbands mal dafür gefeiert, dass sie etwas rebellisch und systemkritisch waren. Aber in einem Regime wie hier in Europa ist das nicht mehr gewollt.

Pitt:
Natürlich könnten wir es leichter haben. Ein- zwei Songs gegen Nazis und schon könnten wir Millionen Scheiben verkaufen, auf jedem Dorffest auftreten und unheimlich reich werden.
Aber wozu? Wir schreiben doch auch keine Songs darüber, wie schön doch das Leben als Vegetarier ist und essen anschließend Zigeunerschnitzel oder Wiener-Würstchen.

Rocco:
Ich finde es schon bedenklich, dass wenn man heutzutage eine Band gründet, die sich nicht solch einen bekloppten Namen wie „Schlechte Milch Gemüseschnitzel“ oder so ähnlich gibt, sondern den „falschen“ Namen wählt, sofort attackiert wird!
Was können wir dafür, wenn diese ganzen Torben-Malte, Hendrik-Geronimo Typen, oder welch kreativen Namen die auch immer, von ihren hart arbeitenden Eltern bekommen haben, bei dem Wort „WUTBÜRGER“ die Schubladen im Kopf nicht unter Kontrolle bekommen?
Sie verhindern unsere Konzerte, unterbinden den Vertrieb der Platten und interpretieren Sachen in die Texte, die kein anderer Mensch hört!
Na, diese Herrschaften, die vermutlich eh nur Singen und häkeln in der Schule hatten, werden jetzt ziemlich erbost sein, das wir trotzdem weiter machen, sie werden schlimme Beleidigungen auf der Ökowiese tanzen, um ihren Frust abzubauen, weil ihnen sonst heut Abend der Kastanienpudding nicht schmeckt.

UM:
Nun möchte ich zu Rocco kommen.
Alex sprach von einer Pause deinerseits. Was war da los? Wie habt Ihr euch wieder zusammengerafft?

Rocco:
Nun, was da los war, ist eine gute Frage. Ich war natürlich in der Betty Ford Klinik, wie es sich für einen Rockstar, jenseits der 27 ja auch gehört! (lacht)
Nein, ernsthaft, zu meinem Ausstieg kam es, weil ich sehr krank wurde, Depression ist eine ekelhafte Krankheit. Ich hab schon immer eine Neigung dazu, alles zu hinterfragen, zuviel nachzudenken. Nach dem Tod einer geliebten Frau fing die Abwärtsspirale an zu rotieren.

Man hält sich ja selbst immer für unsterblich, aber die Einschläge kamen näher, das war in etwa der Zeitpunkt, als ich in die Band einstieg. Eine gute Freundin von mir hat den Kontakt hergestellt, da wäre ’ne Band die ’nen Bassisten suche …
Ich wollt mich einfach beschäftigen, ging zur Probe, Andy war an dem Tag wohl nicht ganz fit, kam nicht zur Probe, also saß ich da, hab mir die Leute angesehen und dachte mir, „Ok, nen Typ wie der Sänger, der sowas wie DIE BALLADE schreiben kann, das kann kein Dummbeutel sein, die guck ich mir mal an!“
Dann stieg der erste Musiker aus, dann der zweite. Die Einschläge kamen wieder näher.
Meine ruhelose Seele war damit einfach überfordert. Als dann im Dezember 2020 auch noch mein bester Kumpel überraschend starb, hat es mir den Stecker gezogen!!
Dazu noch der gesamte Irrsinn in den Medien, ich hab einfach um mich geschlagen, nichts schien zu funktionieren, ich war einfach satt, buchstäblich des Lebens müde!
Depressionen zerfressen dich ganz langsam. Ich war bereit, alles zu beenden. Ich bin Dachdecker, für mich schien „Springen“ der einfachste Weg, aber im 21. Stock kam mir ein Gedanke, der sich ins Bewusstsein gekämpft hat …
„Nee, Alter, das machst Du jetzt nicht, Kämpfe!!!!!“
Also hab ich direkt im KKH angerufen und mich angemeldet.
Ein paar Stunden später war ich da und dann begann die Straße nach nirgendwo, wieder ein Ziel zu finden.
Jeder Mensch, in einer Depression, an dieser Krankheit sind schon so viele gute, erfolgreiche Künstler kaputt gegangen, neigt dazu sich erstmal selbst zu therapieren. Die Einen saufen, Andere koksen, die nächsten stürzen sich in amouröse Abenteuer, ’nen anderer springt mit ’nem Seil von der Brücke und hofft, dass es nicht zu lang ist.
Aber all das bringt nichts. Depressionen tropfen ganz langsam in deine Seele. Ich bin den ganzen Weg zurück gegangen, immer tiefer in den Keller der Erinnerungen, bis ich ganz unten war, hab dort rumgebrüllt, bis der Teufel persönlich erschien und hab ihm dann auf die Fresse gehauen!
Ich kann nur jedem der diese Zeilen liest, jedem der spürt, dass die Welt die Farbe verliert, empfehlen sich professionelle Hilfe zu suchen. Es ist eine Krankheit für die sich niemand schämen muss, man muss sie sich nur eingestehen!
Wer sich ’nen Bein bricht, geht ja auch zum Doc anstatt sich ’nen Meter Dachlatte mit Gaffa ans Bein zu wickeln und sich für ’nen Marathon anzumelden!
Die Band war natürlich ziemlich angepisst, meinen Ausstieg über die Medien zu erfahren, da bin ich auch nicht stolz drauf, aber es war eben so. Ich hab neulich einen Spruch gelesen, der hieß „Egal wie lang du in der Vergangenheit wühlst, Du wirst nichts neues finden!“

Und so ergab es sich, dass Andy und ich hier und da, nachdem der Ärger verraucht war, zumal wir persönlich nie Stress hatten, mal ’ne Nachricht geschickt haben, da mal ’ne Voicemail. So haben wir uns wieder aneinander rangetastet. Dann erzählte er mir von Nige und dass da ein neuer Drummer angetestet werden soll und ob ich als Basser da helfen könnte… und irgendwie war spätestens in der zweiten Probe das Feuer zurück. Ich freu mich drauf, mit diesen Musikern, die allesamt großartig sind, zu zeigen, wozu wir fähig sind!!!
Rock N Roll!!

UM:
Am Schlagzeug sehe ich nun auch ein neues Gesicht. Herzlich willkommen, Pitt. Vielleicht erzählst du uns mal was über dich.

Pitt:
Nige und ich kennen uns schon eine Weile und haben schon vor WUTBÜRGER ab und zu gemeinsam Musik gemacht. Da wir uns menschlich und musikalisch sehr gut verstehen, schlug er mich bei den 23’ern vor, als dort der Drum-Hocker frei wurde. Nach ein paar Mails und Sessions war die Sache dann schnell klar. Neben der entsprechenden Professionalität bei der Musik ist mir das zwischenmenschliche Miteinander sehr wichtig. Die Jungs und ich sind absolut auf einer Wellenlänge, wovon ihr euch am besten selbst ein Bild auf den kommenden Konzerten macht.

UM:
Auf Facebook habt Ihr euch brüderlich vom Ex-Drummer Matze verabschiedet. Zeitliche und logistische Gründe seien der Grund für seine Entscheidung gewesen, in die zweite Reihe zu wechseln. Was bedeutet das?

Wüste:
Matze ist nicht nur unser Drummer gewesen, nein, er ist auch mein Cousin und ein Bruder für alle.

Daher tat mir der Austritt im Herzen weh.

Aber er ist ja noch ein teil unserer Band und damit kann ich gut leben.
Matze wird nie aus der Band ausgeschlossen sein.

Andy:
Mit der „zweiten Reihe“ meinen wir, dass er ein Teil der Band bleibt. Er ist immer noch unser Kassenwart und wird auch in Zukunft unterstützen, wenn wir auftreten. Er bleibt in unserer Familie und stets nahe an der Band.

UM:
Ronny, deine Kollegen nennen dich Wüste, du bist der Mann an den Tasten. Du bist also derjenige, der für den etwas anderen, nicht gerade deutschrocktypischen Sound sorgt. Wie entstehen bei euch diese Lieder? Erst der Song, dann der Synthesizer oder andersherum?

Wüste:
Ich versuchte des öfteren, Vorlagen zu produzieren, doch leider gelingt es mir nicht so oft, da es sich nicht per se um Synth-Musik handelt.
Das ist aber kein Problem für mich, dass ich da nicht das Zepter in der Hand halte. Dafür habe ich noch diverse Nebenprojekte, bei denen ich das Sagen habe.

Andy:
Ja, in der Regel entsteht zuerst der reine Rocksong, welcher dann zum Schluss von Wüste veredelt wird. Es kam aber auch schon vor, dass er die Grundkomposition an den Tasten erzeugte wie beispielsweise beim Lied DUNKELHEIT.

Rocco:
Es kommt in dieser Band auch nicht darauf an, wer was beiträgt, da sind unsere Egos ziemlich entspannt. Wir haben erstmal Respekt vor der Arbeit, der Idee des anderen, manchmal kommt Andy mit ’nem Song, den wir komplett so übernehmen, andere werden von uns so überarbeitet, dass sie mit der Grundidee nicht mehr viel zu tun haben. Es gibt Songs, die nur aus dem Text entstanden sind, andere aus dem Riff, ich denke wir sind da nicht anders als andere Bands, ausßer vielleicht mit dem Unterschied, dass wir alle dasselbe Stimmrecht haben!

UM:
Wie würdet Ihr euch selbst in ein paar Worten charakterisieren?

Alex:
Loyal, ehrlich und nach meinem Unfall 2015 leider öfter mal schnell überfordert, weshalb meine Bandkollegen mich hin und wieder mal an manche Dinge „erinnern“ müssen, die ich eigentlich längst erledigt haben wollte. Das zieht sich leider auch gelegentlich durch mein Privatleben, was fälschlicherweise auch mal als Unzuverlässigkeit falsch interpretiert wird. Es liegt aber tatsächlich an den Folgen des Unfalls. Die Band kann damit super umgehen, und ich nehme den gelegentlichen „Arschtritt“, bzw. die wiederholte Erinnerung an manche Aufgaben niemandem übel. Innerhalb der Band kennt man meine „Macken“ inzwischen.

Andy:
Die Frage nach unserer politischen Haltung muss an jeden Einzelnen gehen, da die Band als solche keine hat. Wir sprechen mit der Musik natürlich auch die politischen Mißstände an, aber wir sind keine politische Band. Die Medien wollen uns immer gern als irgendwelche Nationalsozialisten darstellen, aber wir sind in unseren Themen sehr breit aufgestellt. Diese Band ist gesellschafts- und systemkritisch. Eine Rockband halt. Geht diese Frage an mich persönlich, sage ich ganz offen: Ich bin rechts. Aber das tut nichts zur Sache. Wer mich kennt, weiß dass ich emotional sehr nahe am Mittelfinger gebaut bin. Ich gehe lieber mit dem Kopf durch die Wand und schmeiße mir am nächsten Tag ’ne Ibu mehr ein. Ich hab ’ne kurze Zündschnur. Die lege ich aber problemlos ab, wenn ich durch die Tür des Proberaums gehe und meine Brüder in den Arm nehme. Das ist ’ne andere Welt. Das sind meine Kameraden, Familie. Die holen das Gute aus mir raus.

UM:
Trotz oder gerade wegen der aktuellen Grundrechtsbeschränkungen, sowie der aktuellen politischen Lage sind in Deutschland neue politische Strömungen entstanden, wie zum Beispiel die sogenannte Querdenkerbewegung. Bei Veranstaltungen wie in Berlin standen
hunderttausende Menschen auf der Straße. Einzigartig an den Protesten war, dass dort verschiedene politische Strömungen für ein gemeinsames Ziel auf der Straße standen. Wie beurteilt Ihr diese Entwicklung.

Nigel:
Nachdem ich ein gutes Drittel der Welt, ihrer Völker und ihrer Kulturen gesehen habe, würde ich mich als einen erleuchteten, weltlichen und ungebundenen Mann und Musiker beschreiben. Nachdem ich an der großen Demo teilgenommen habe- in Berlin mit mehr als vier Millionen Menschen im August 2020, durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Moment erleben, in dem Menschen unterschiedlicher politischer, kultureller und subkultureller Fasson unter einem Banner zum Thema Freiheit demonstrierten und sich zum ersten Mal gegen den wahren, gemeinsamen Feind des Volkes stellten. Dies war einer der inspirierendsten Momente meines Lebens, als mir klar wurde, dass „sie“ uns weder vollständig kontrollieren können, noch jemals kontrollieren werden und dass die Menschen in der Lage sind, ihre Differenzen beiseite zu legen, um gemeinsam gegen den wirklichen Feind zu kämpfen. Diese Zusammenkunft macht Hoffnung für die Menschheit!

Alex:
Es wurde Zeit, dass die Menschen auf die Straße gehen, auch wenn es immer noch zu wenige sind.
Ich war damals bei der ersten „Merkel muss weg“ Demo und war erstaunt, wieviele unterschiedliche Menschen dabei waren. Genauso erstaunt war ich allerdings auch, dass ich keinerlei bekannte Gesichter der „Merkel muss weg Befürworter“ getroffen habe.
Mir ist es egal, wer die Demo veranstaltet oder unterstützt. Ich unterstütze das Motto und genauso verhält es sich bei den „Querdenker“-Demos, bei der ich auch in Berlin dabei war. Ja, es fällt mir teilweise schwer, mit manchen Teilnehmern Seite an Seite zu stehen. Und da waren wirklich „schräge“ Gestalten dabei. Aber auch hier ging es mir in erster Linie um die Sache an sich. Und wie Nigel schon sagte, es war sehr beeindruckend.
Ich war an dem Tag vom Brandenburger Tor bis weit hinter der Siegessäule unterwegs, ohne gewalttätige Teilnehmer oder gar „Nazis“ gesehen zu haben. Die Brutalität der Staatsmacht und die unverhältnismäßige Polizeigewalt gegenüber normalen Bürgern hat mich allerdings sehr schockiert.

Andy:
Grundsätzlich finde ich es klasse, dass sich verschiedene Strömungen für ein Ziel gemeinsam einsetzen. Ich mag nur diese Leute nicht, die sich jahrelang einen Scheiß um dieses Land geschert haben und nun zu Rebellen werden, weil ihre Gleichgültigkeit dafür gesorgt hat, dass beispielsweise ihr kleiner Laden schließt. Diese Menschen sind sofort wieder verschwunden, wenn ihre Schäfchen wieder im Trockenen stehen.

UM:
Wenn Ihr die Möglichkeit hättet, ein Konzert für einen ehemaligen oder aktuellen Staatschef zu geben, für wen würdet Ihr euch entscheiden?

Nigel:
Kein Konzert für ein Oberhaupt oder ehemaliges Staatsoberhaupt weltweit, da alle dem gleichen Meister dienen.

Andy:
Ich hätte Helmut Schmidt mal ein Ständchen gesungen. Sollte Alice mal Kanzlerin werden, bin ick auch dabei. Ansonsten kann sich dieses Pack gern mit Feine Sahne Fischgeruch abgeben.

Alex:
Im Moment ist „Wembley“ das Ziel (lacht).

UM:
Wir erleben momentan ein massives Anwachsen linksextremer Gewalt. Erst vor ein paar Tagen sorgte ein blutiger Überfall in Sachsen für Schlagzeilen. Habt Ihr selbst schon Erfahrungen mit linksextremer Gewalt gemacht und wie beurteilt Ihr den Sachverhalt, dass diese Art der Gewalt vom System geduldet- ja sogar indirekt gefördert wird?

Andy:
Tja, das alte Spiel mit der linken Gewalt. Sie wird geduldet, sogar gefördert. Und sie wird verharmlost, während jeder konservative Parksünder zum Kriminellen gemacht wird. Es ist das alte Verfahren „Brot und Spiele“, damit sich auch niemand mehr gegen den wirklichen Teufel zusammenschließt. Mein Gott, die Einen wollen ihr Vaterland retten, die Anderen die ganze Welt. Leider bemerkt niemand, dass beide Ideologien von der selben Elite bedroht werden. Spaltung ist deren letzte Strategie. Man merkt das seit Jahren. Im besten Falle gibt es keine Nachbarschaft, Bruderschaft, Kollegialität oder Familie mehr. Wenn das erreicht ist, haben wir knapp acht Milliarden Einzelkämpfer, die nichts mehr verändern können. Ich sage immer, mir ist jeder Linke lieber, als einer von diesen vielen Zombies. Wenn ich in so manch totes Augenpaar blicke, zweifle ich die menschliche Überlegenheit zur Tierwelt an. Ich erkenne es an, wenn jemand heutzutage überhaupt noch für etwas einsteht, auch wenn mir seine Meinung nicht gefällt. Wenn man für Meinungsfreiheit kämpft, kämpft man auch dafür, dass seine Feinde ihre Meinung äußern dürfen. Linke Gewalt habe ich persönlich nur in Form gescheiterter Versuche erlebt. Ich sage es ganz offen, auch wenn jetzt vielleicht die nächste Volksverhetzungsanzeige ins Haus steht: Solche Bluttaten dürfen nicht so stehen bleiben. Punkt. Von einem linksradikalen Staat braucht man sich keine Hilfe erhoffen. Wir müssen wieder anfangen, Probleme selbst zu lösen. Man hat uns zu Menschen zweiter Klasse gemacht; man hat uns im Stich gelassen, nun sollen sie mit den Konsequenzen leben. Unsere Urahnen hätten ihren Met schon aus den Schädeln dieser Spinner getrunken.

Nigel:
Ich habe seit meinem Aufenthalt in Deutschland keine persönlichen Erfahrungen mit linker Gewalt gemacht. Ich habe die Antifa erst bei der Freiheitsdemo im letzten Jahr im August 2020 gesehen, die von der Polizei ‚Unter den Linden‘ in einer geschützten Zone abgesperrt oder gesichert wurde, was ich ein wenig amüsant fand, da die „rechten“ Gruppen kein solches Sonderangebot hatten. Schutz oder Privilegien, wer weiß das schon? Ich glaube, dass die extreme Linke (Antifa / BLM) Werkzeuge sind, die von der Regierung (Weltregierung) manifestiert, kontrolliert und eingesetzt werden, um Spaltung zu schaffen, aufrechtzuerhalten, zu agitieren und zu fördern, quasi eine Nebelwand für die Puppenspieler zu erzeugen.

UM:
In den letzten Monaten durften auch einige sogenannte Prominente erfahren, was passiert wenn man in Deutschland eine nicht konforme Meinung vertritt. Michael Wendler, A. Hildmann, Nena oder X. Naidoo um nur ein paar Beispiele zu nennen. Könntet Ihr euch mit einem der genannten ein gemeinsames Projekt/Konzert vorstellen?

Andy:
Ick weiß nicht, wie ein systemkritisches Schlager-Rock-Soul- Konzert so ankommt.(lacht) In jedem Fall schätze ich diese mutigen Künstler, die wirklich alles auf’s Spiel setzen. Xavier fand ich schon immer großartig. Ich war halt schon immer ein eigenartiger Nazi.

Nigel:
Ich würde ein gemeinsames Projekt oder ein gemeinsames Konzert- / Musikfestival mit einigen dieser „aufgeklärten“ deutschen Künstler wie Naidoo oder Nena begrüßen.
Hmmm… Vielleicht sogar in naher Zukunft, da ich glaube, dass wir alle „auf der gleichen Seite“ sind, was unsere Leidenschaften und Überzeugungen für Deutschland und seine Menschen und die Menschen in der Welt betrifft. Wir alle müssen unter einem Banner für Freiheit, Befreiung und Gerechtigkeit gegen die diktatorischen Tyrannen, die die Welt kontrollieren, vereint sein.

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