Landtagswahl in Schleswig-Holstein: Interview mit dem AfD-Politiker Jan Petersen-Brendel

Sehr geehrter Herr Brendel,

1.Sie wollen am kommenden Wochenende beim Landesparteitag in Schleswig-Holstein für den Listenplatz 1 kandidieren. Stellen Sie sich doch bitte mal kurz unseren Lesern vor.

Antwort:

Zuerst einmal vielen Dank für die Anfrage. Ich bin Jan Petersen-Brendel, 53 Jahre alt, verheiratet (mit einer Frau) und verdiene nach dem Studium des Maschinenbaus seit nunmehr rund 30 Jahren meinen Lebensunterhalt als selbständiger Handwerker.

2. Welche Probleme müssten Ihrer Meinung nach in Schleswig-Holstein umgehend angepackt werden?

Antwort:

Die Probleme im Land sind vielschichtig und werden täglich mehr. Unsere Bürger werden seit nunmehr zwei Jahren unter dem Deckmantel der Notwendigkeit von Corona-Maßnahmen in ihren Bürgerrechten beschränkt und in der persönlichen Entfaltung eingeschränkt. Das erzeugt Druck! Hohe Energiekosten, hohe Inflation, steigende Lebenshaltungskosten, geringere soziale Absicherung, Wegfall der Wohnungsbauförderung sind nur einige Themen, die sofort und nachhaltig angegangen werden müssen. Selbstverständlich brauchen wir die SOFORTIGE Öffnung als Ende der Corona-Restriktionen!

3.Schaut man sich die Vorwahlumfragen an, so könnte der erneute Landtagseinzug der AfD zur Zitterpartie werden, woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass die AfD noch nicht von der aktuellen Proteststimmung im Land profitieren konnte?

Antwort:

Es ist richtig, dass wir in Schleswig-Holstein sogenannte „Wackelkandidaten“ sind. Unsere Umfragewerte schwanken leider immer um die magische 5%-Marke, zeigen aber auch in den vergangenen Wochen einen Aufwärtstrend. Hier gilt es nachzuarbeiten. Leider war es unserem parlamentarischen Arm im Landtag durch die hinlänglich bekannten, ich nenne sie mal Umstrukturierungen und die damit verbundenen Schwächung der Arbeitskraft, nicht möglich, unser politisches Profil überzeugend an den Wähler zu vermitteln. Hier ist der Fraktion- und jüngst dann nur noch Gruppenführung Versagen zuzuschreiben. Die heute tagtäglich auf den Straßen anzutreffenden Bürgerproteste spiegeln den Unmut der breiten Masse der Bürger im Lande wider. Aus eigenen Spaziergängen und auch dadurch, dass ich mich immer offen als AfD-Politiker zu erkennen gebe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Bürger uns heute als ihre einzige Stimme im Parlament erkennen. Vor diesem Hintergrund aber auch der Präsenz meiner Parteifreunde auf der Straße, blicke ich zuversichtlich auf die Landtagswahl und gehe von einer neuen, personell gestärkten Fraktion im Kieler Landtag aus.

4.Wenn Ihnen ein Wähler die Frage stellen würde: „Warum soll ich ausgerechnet Ihnen meine Stimme geben?“ wie würde Ihre Antwort lauten?

Antwort:

Die Antwort darauf habe ich im Vorsatz schon anklingen lassen. Auch wenn wir vielen Politikern heute nachweisen können, dass ihre vollmundigen Versprechen nach der Wahl kaum eingelöst wurden, so kann ich Ihnen versichern, dass ich die Probleme des Bürgers aufnehmen und an deren schneller Umsetzung arbeiten werde. Ich selbst habe als Solo-Selbständiger stark unter den Corona- Restriktionen leiden müssen und tue es heute noch. Ich habe also Einblick in die Situation vieler „kleiner“ Leute – und ihnen gilt es, ein lebenswertes Leben zu bereiten. Es kann z.B. nicht sein, dass der Arbeiter heute schon mehr als einen Stundenlohn täglich für seine Fahrkosten zur Arbeit aufwenden muss. Hier und anderenorts gilt es unverzüglich Abhilfe zu schaffen.

5.Worüber würden Sie gern Ihre erste Rede im Landtag halten?

Antwort:

Auch hier will ich gerne an Vorgesagtes anknüpfen: Mich befremdet die Spaltung der Gesellschaft durch die Regierungspolitik. Nicht nur die Ampel-Regierung findet daher kaum noch Zuspruch, auch das Jamaica-Bündnis in Kiel handelt spaltend. Letzte Woche wurde in Kiel ein 56 Millionen-Euro-Hilfspaket für Staatsbedienstete verabschiedet. Es erhalten nun die Corona-Hilfe, die eh schon staatlich abgesichert sind und am 28. eines jeden Monats ihr Geld erhalten, während der sog. „kleine Mann“ wieder in die Röhre guckt. Ich gönne jedem Bürger Unterstützung, aber wenn man Hilfen verteilt, dann müssen diese auch alle Menschen erhalten. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Pflegekräfte, außer der Androhung der „Zwangs-Spritze“, jemals im Rahmen von Corona etwas erhalten haben. Als sozial engagierter AfD-Politiker ist es mir eine Pflicht, die Ungleichheit und damit den Unfrieden in der Bevölkerung so schnell als möglich zu beenden. Das wird mir ein politischer Leitfaden und somit natürlich auch Inhalt meiner Reden, wie auch meiner Arbeit sein.

6.Wie ist Ihre Meinung zum Rückzug von Jörg Meuthen aus der AfD?

Antwort:

Prof. Meuthen hat in seinem langjährigen Wirken als Mitglied einer Doppelspitze die Geschicke der Partei maßgeblich gelenkt. Als ehemals apolitischer Wirtschaftswissenschaftler hat er den Wandel der Partei von dem rein wirtschafts-liberalen, was auch immer das sein mag, auch zu einen sozial-patriotischen Politikinhalt nicht nachvollziehen wollen. Er dürfte bereits bei seiner denkwürdigen Rede in Kalkar seinen Zenit überschritten haben. Was bleibt ist heute der schale Nachgeschmack ob seines Austritts, den er wohlüberlegt im Stile seiner Vorgänger mit den altbekannten Plattitüden garnieren musste.
Ich wünsche ihm ,mit der finanziellen Absicherung durch das durch die AFD erhaltene Mandat, ein gutes Leben und viel Spaß dabei.
Der Partei erhoffe ich den dringend nötigen inneren Frieden und das Vermögen, inneren Zwist im Kleinen und ohne die sonst üblichen Parteiausschlussverfahren, die meist von wirtschafts-liberalen Karrieristen ausgingen, regeln zu können.

(Foto: Privat auf einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Kiel mit über 1500 Teilnehmern)

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